145weit weniger besucht wurde und eine gewisse Spannungzwischen dem Kloster und dem Pfarrer eintrat.Sie entfalteten ihre Thätigkeit auch auf dem Gebietedes Unterrichts. Stets hatte die Stadt einen Schulmeisterludi magister gehabt, der nicht blos den gewöhnlichen Ele-mentarunterricht besorgte, sondern u. a. auch Latein docirteund der 1577 aus Kirchen=, Gasthaus und Schulmittelnunterhalten wurde. Nach Absterben des alten Schulmei-sters stellte sie 10' Oktober 1599 einen ihr durch einen Je-suitenpater empfohlenen jungen Mann Paulus Reeb vonOberbüllesheim an, der seinen Cursus der freien Künste un-terbrochen hatte; er leitete die Trivialschule sehr gutmußte aber nach sechs Jahren dieselbe aufgeben, um sei-nen cursum philosoph fortzusetzen; auch 1621 wird demSchulmeister eingeschärft, daß er die Studenten im Lateinund Deutsch zu lesen und zu schreiben unterrichte, zurGottesfurcht anhalte u. alſo zu einer guten Disciplin u. Ehrbar-keit zu prengen. Er erhielt 31 Thlr. Cöln., freie Wohnung auder Schule, 1 R.=Thlr. von jedem Kind, freie Benutzungdes Gasthausgartens, außerdem Weinkaufgrlder, Gefälleaus dem Gasthaus, der Sebastianus= und andern Bruder-schaften, sowie besondere Vergütung für die mit seinemAmte verbundenen Offermannsdienste. 1676 besetzte derRath das altare Si. Joa. Bapt. so, daß der Geistliche zu-gleich die Schule abhalten sollte. 1679 übernahm Joh.Win. Pech sacellanus in Blens die Schule für ein Jahr.1687 wurde ein neuer Schulmeister angestellt, der 1689klagt, daß der Offermann Alles gut bezahlt erhalte, er Nichtsvon den accidentalia chori bekomme; sogar bei Begräbnissen,bei denen die Jugend Wecken oder Papier erhalte, müsseer umsonst begleiten. Er bittet, daß dem Küster ein Theilder 8 Albus betragenden Gefälle von den singenden Re-quiemmessen abgezogen und ihm, der bei selbigen mit derJugend mitwirke, zugewiesen werde. 1696 wird der Mi-noritenguardian scholarum praefectus genannt und ersuchtdurch den Pater Magister die dreiklassige höhere Stadt-schule fortzusetzen; ein gnädigstes Mandat des Churfürstenvom 1. Febr. 1714 verpflichtet ihn aber zur Haltung der5 kleineren Studentenstadtschulen, die auf dem Rathhaus
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