Druckschrift 
Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

10912 Fuß hoch. An jeder Seite der Ruhr war ein steinernesJoch mit einem Flügel. Nach dem Vertrag mit demMaurermeister vom 28. April 1565 sollte sie gewölbt wer-den und 3 Fuß hohe und 2 Fuß dicke hausteinerne Sei-tenmauern erhalten. Es scheint indeß nicht dazu gekom-men zu sein; denn später ist immer wieder von ei-ner hölzernen Brücke die Rede. Wegen der großen Ko-sten, die die Herstellung der Brücke erfordert hatte, erhieltdie Stadt 1569 von Herzog Wilhelm ein Privilegium zurErhebung von Weggeldern, demzufolge von jedem Pferdan einem Wagen oder Karren, der Früchte, Wein, Wolleoder dergl. Güter geladen, 6 Cölner Heller, von jedemPferd, das Holz oder Kohlen führte, sowie einem Ochsenoder einer Kuh 3 Heller, von einem Schwein 2 Heller,einem Schaf und einem Fußgänger 1 Heller, von Reiternoder ungesattelten Pferden 3 Heller bezahlt wurden. DiesWeggeld reichte jedoch nicht hin zur Unterhaltung derBrücke und der hinüberführenden Landstraße, zumal deroft ungestüm aufschwellende Fluß häufig Balken, Bretterund Steine wegriß. Die Bürger waren vom Weggeldfrei. 1600 klagt Wittwe Margaretha von Hetzingen, daßder Brückengeldeinnehmer ihrem Halfen zu Kallerbend, un-geachtet er bis dahin nie Brückengeld bezahlt, auch nachNideggen in die Pfarre gehöre und dem Offermann dieſchuldige Gebühr gleich allen Bürgern, nämlich von jedemPferde 8 Albus zahle, auch bei Bauten mit Pferd undWagen der Stadt nachbarlich Dienste geleistet, (wie wohlohne Pflicht), auch sonst sich immer freundlich bewiesen,auf einmal Weggeld abgefordert und das Pferd gepfändethabe, wie auch die Bürger mit Unrecht den Kallweg, dendie von Hetzingen bis dahin stets mit Fahren und Vieh-trift benutzt, aufgeworfen und versperrt hätten. Sie bit-tet das Weggeld zu erlassen und den Kallweg zu öffnen.1644 floß die steinerne Zollbrücke ab. Sie war auf dreisteinerne Jochen erbaut, zwei Stirnstücke zur Seite. DieJoche standen soweit von einander, daß die übergelegtenBalken 44 Fuß lang waren; darauf waren dicke Bretteroder Schollhölzer gelegt und zur Seite lange Hölzer alsGeländer. Das Holzwerk trieb ganz ab, die schweren