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Geschichte der alten Jülich'schen Residenz Nideggen
Entstehung
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84fen zu üben, um zur Zeit der Noth als streitfähiger Kämp-fer mit unter das Stadtbanner zu treten. Zu diesemZwecke wurden von den einzelnen Städten Waffenspielenach Weise der Turniere angeordnet. Schon im Anfangedes 14. Jahrhunderts waren diese Waffenspiele undSchützenfeste sehr beliebt geworden, um so mehr als dieSchützengilde zur Erhöhung der Feierlichkeiten bei kirchli-chen und bürgerlichen Anlässen bereitwillig mitwirkte. Wiedas ganze Mittelalter, so trugen auch die Schützenzünfteein kirchlich religiöses Gepräge. Der h. Sebastian, dereinst heidnischen Schützen zum Ziele der Pfeile gedienhatte, war der Patron, der Schirmherr der Gilde, die sichnach ihm auch Bruderschaft des h. Sebastianus nannte.Bei Heiligentrachten und anderen kirchlichen Aufzügen erschienen die Schützen im Schmuck der Waffen. An denzahlreichen Schützenfesten wohnten die Festgenossen gemein-schaftlich der h. Messe bei und überließen sich erst nachempfangenem Segen der ungetrübten Freude des Waffenspiels. Unerschrocken zogen sie auch das Schwert zur Vertheidigung des Glaubens und der Sittlichkeit. Mehr alseinmal verdankt die Stadt die Erhaltung des katholischenGlaubens der Tapferkeit ihrer Schützenmannschaft. Andie Sittlichkeit übten sie die wohlthätigste Wirkung, indemnur der ganz unbescholtene Bürger in die Gilde eingschrieben, der Ehrlose aus derselben gestrichen wurde. Dersicherste Schütze wurde als Bürgerkönig gekrönt und ihmdie feierliche Huldigung der übrigen dargebracht. Einesolche Schützengesellschaft bestand urkundlich auch in Nideggen schon vor der Mitte des 15. Jahrhunderts. Ein Per-gamentblatt, das ein Verzeichniß der verstorbenen Mitglieder enthält, und das wir unten mittheilen, beginnt etwaum diese Zeit. Patron war damals nur der h. Sebastianus, da der ZusatzEt sancti Urbani überschrieben undspäter gemacht ist. Die Bruderschaft zählte nicht nuPröbste, Dechanten und Canoniche des Stiftes, wie Comthure und Brüder des Johanniterordens zu Nideggen, sondern auch die Adelsgeschlechter der Umgegend, die vonBinsfeld, Berge, Blense, Drove, Frens, Güdersheim, Innich, Hetzingen, Palant, Plettenberg, Vlatten, Wickerode