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39von allen Garnisonen, feindlichen Kriegsüberfällen, Angriffenund Bemächtigungen zu verschonen, indem sie jedoch ihrelandesfürstliche Obrigkeit und was ihnen mehr noch in demEhevertrag vorbehalten worden, gewahrt wissen wollten.Die Stadt Nideggen lieh 1611 dem Churfürsten von Bran-denburg und der Pfalzgräfin Anna, die sich gegen die übrigenPrätendenten geeinigt hatten, 700 Rthlr., die ihr auf dieAmtssteuern angewiesen wurden. Nideggen mit dem ganzenHerzogthum Jülich und das Herzogthum Berg gelangtenbald in Folge einer provisorischen Einigung, währendBrandenburg das Uebrige erhielt, an den Pfalzgrafen,dem es auch bei der schließlichen Auseinandersetzung 1666anheimfiel.Der Verfall und das Elend der Stadt stieg bis zuunerträglicher Höhe im dreißigjährigen Kriege. Fort-währende Einquartirungen von Truppen aus aller HerrenLänder, Kriegscontributionen, Brandschatzungen und Plünde-rungen brachten das größte Unglück über sie; die befreun-deten Truppen wirthschafteten in jenen Zeiten, wo derKrieg als Handwerk getrieben wurde und die Soldaten voneiner Seite zur andern überliefen, wenn dort mehr Aus-sicht auf Beute und Zügellosigkeit winkte, fast nicht besserals die feindlichen. Zuerst waren es die kaiserlichen undspanischen Truppen, die als Verbündete im Lande lagenund auch Nideggen beständig mit Kriegssteuern und Ein-quartirungen heimsuchten. Dieselben begannen schon vorAusbruch des dreißigjährigen Krieges. Marquis Spinolabefehligte die spanischen Truppen in den abgefallenenNiederlanden. Er ernannte zum Oberkommandanten inden jülichschen Ländern den Grafen Heinrich zu dem Berg.Unterm 6. October 1614 gab dieser von Derichsweileraus der Stadt hiervon Nachricht und ersuchte sie um gef.Aeußerung darüber, ob sie bereit sei, eine Garnison aufzu-nehmen, entgegengesetztenfalls sehe er sich in die unan-genehme Nothwendigkeit versetzt, sie andern Morgens frühmit dem Geschütz zu beschießen. Die Stadt wird ihm diesePflicht erspart haben und so rückte am 26. December 1614eine Compagnie Fußknechte von des Grafen zu HochstraatenRegiment unter Kapitain Anton de la Court in die Stadt