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löf nicht. Sie spielt virtuos auf der ganzenKlaviatur, mit ihren Mischungen von Lustig-keit und Trauer; sie beherrscht die zarten,neckischen Vertonungen, das Lächerliche,das ans Tragische streift und die freund-lichste Ironie, die einem Peitschenhiebegleicht. Ein Exempel ist das Kapitel „Mam-sell Marie".
Genialität also in Hülle und Fülle. Einesprudelnde Erfindungsgabe, frappierendeEigentümlichkeit in Stil und Form, Reich-tum der Seele und Tiefe der Symbolik,Was fehlt da Selma Lagerlöf zur vollenKünstlerschaft ? zu wahrer Grösse ?
Eines und nicht das Kleinste.
Ich nannte Almqvist ihren geistigen Vater.Sie gleicht ihm an genialer Subjektivität, wiedas musikalische zigeunerhafte Element inihr an Bellmann gemahnt. Doch ihre Zieh-mutter ist die brave Friederike Bremer. DasLand der Romantik grenzt auch ans Phi-listerium.
Selma Lagerlöf fehlt die letzte Tapferkeitder Seele. Sie weicht dem steinernen Blickdes Schicksals aus. Sie ist nicht grösserals die harte Thatsächlichkeit des Lebens;drum presst sie auch dem Menschen nichtsein Letztes, Stärkstes ab. Gösta Berlingmuss in eine Nussschale kriechen; ElisabethDohna gilt ihr für besser, wenn sie sich