— III —
voll inniger Lust an dem Erlebnis seinerPhantasie. Drachmann hat eben seine Freudean dem prächtigen Sänger Drachmann undan der Menge von Liebe, die nun seinewiges Thema ist. An der leichten Handseine Freude, die Bild an Bild reiht, — ander weichen und zärtlichen, der kecken undschwellenden Lyrik, die in lieblichen Win-dungen und in schäumenden Cascaden sorg-los und frei sein Werk durchzieht. DieseLust des Dichters an sich selbst steckt denLeser an. Sie macht den Reiz und dienaive Grazie seiner Arbeit. Man ist nichtanspruchsvoller als der Autor ist, und willmit ihm lachen und weinen und vergessenund mit ihm das Leben lieben — quandmeme.
Der kleine, muntere Ritterroman „Kitz-walde" ist beileibe kein getreues Costume-oder Sittenbild aus dem späten Mittelalter,sondern „art fantaisiste". Reine Phantasie-kunst, mit sehr viel persönlicher Bekenntnis-lyrik, das Spiel einer Laune, die sich inArabesken hinschreibt, — ganz wie Drach-manns Märchenstücke und seine Melodramen.Es ist eine Kunst, verwandt mit der des„Chat noir", mit Idealen, wie sie die jungenFranzosen erfüllt, die den „Chanson" anStelle der Chansonette setzen wollen. Mitdemselben Streben, den Ernst zu fliehen und