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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
Entstehung
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sein und uns das goldene Zeitalter bringen, vorher ist der Tod. Der Tod einer Kultur,die noch auf aristokratischen Grundfestenruht, der Tod all dessen, was wir sogar denbürgerlichen Lebensformen an Gemütswertenund Schönheit abgewonnen haben. Morgen,das ist das Ende. Daher, sagen sie, geniessenwir rasch das Heute; vertiefen wir es durchErinnerungen von gestern und durch Visionenvon übermorgen ; durchleben wir in der Phan-tasie noch alle berauschende Schönheit, welchevergangene Geschlechter, die der Orient undder Occident die Antike, das Mittelalterund die verschiedenen Renaissancen hervor-gebracht ; füllen wir unsere Seelen mit denKöstlichkeiten, die wir erretten möchten, biszum Rande voll und rufen wir: ,,EvoeBacchos! morgen ist der Tod! Evoe,Evoe!"

Dieser Gemütsstimmung entblüht diesymptomatische Kunst unserer Zeit, die Kunstder Dekadenz mit ihren Paradiesesträumen,ihren Schönheitsekstasen, ihrem Lebenskultund ihren Angstvisionen. Sie dekoriert dieLeere. Doch ihre Schönheit ist von jenerschmerzlichen Art, die scharf wie ein Messer-stich in die Seele dringt. Und ihre Lustig-keit ist leicht orgiastisch : die reine Heiter-keit gehört nur mehr den grossen Zeitlosenan, die wie Böcklin im Ewigen wandeln.