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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
Entstehung
Seite
91
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Freude ist nicht Euere Freude und meinKummer ist nicht Euer Schmerz. MeineFreude ist eine duftlose Blume, und siespriesst heute, ja heute Nacht empor, dort,wo sich alle Wege treffen, an der Weltäusserstem Ende. Sie spriesst aus meinerSehnsucht, sie wächst aus meinem Traum,und um die Mitternacht öffnet sie ihrenblutigen Becher unter dem blassblauen Himmeldes Mai. So flüchte ich denn über ödeWege und wanke einsam vor dem Gelächterdes Lebens von dannen und gehe zu derWelt äusserstem Ende, wo sich alle Wegetreffen." Da sieht er am Strassenrand einenalten Mann sitzen und fragt ihn:Woherkommst du?" Und der antwortet ganz leise:Vom Ende der Welt, wo sich alle Wegetreffen."Und wohin willst Du so spätin der Nacht?" Da hebt der Alte denmüden Kopf und sagt:Heim !" Der Dichteraber geht hinaus in die düstere Nacht überdie schwarze Halde. Die hohen Schnee-berge stehen einsam, bläulich, bleich, wieein Leichenheer auf der Wacht und drüberder Himmel, schwarz und tief, wie dasjüngste Gericht. Und in der unendlichstenFinsternis drin ist Gott, doch er ist schonlange tot, und wir haben nichts, nichts, garnichts mehr. Nur die Nacht und die Leereund die Gespenster draussen, die öde Halde