— 61 —
den leider noch recht seltenen Geistern,in denen die moderne Seele, ihre Einheitwiedergefunden.
IX.
Andere Dichter des jungen Skandinaviensind nicht so reif und klar bewusst wie OlaHansson; doch sie alle hat der Zug unsererZeit erfasst, der in der Kunst zum Selbst-herrlichen, dem Subjektivismus führt. Nichtalle üben diesen Subjektivismus so vornehm,wie es J. P. Jacobsen gethan; doch sogarein Schilderer des Klotzigen, Dummen,Niedrigen, Lächerlichen, Grotesken wie derDäne Gustav Wied waltet souverän mitseinem Stoff — allerdings klingeln dabei aufdem Blumenscepter der Phantasie gar oftbedenkliche Silberglöcklein, die an die Narren-pritsche gemahnen. Der Subjektivste derSubjektiven ist wohl der ausgezeichnetedänische Lyriker Holger D räch mann. Ersieht die Welt gerade nicht unter dem Ge-sichtswinkel der Ewigkeit; er ist das Kindeiner Zeit, deren Merkmal, wie er selbstsagt, „das Suchen, Hasten, Standpunkt-wechseln, . . . nicht ein Abschluss, eine . . ..Totalanschauung, ein Beruhen" war; er ist