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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
Entstehung
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gehorsame Frau in Gegenwart des Hof-gesindes öffentlich auspeitscht.

„Der Handschuh" in seiner letzten, defini-tiven Fassung hatte blos formuliert, was alsForderung damals in der Luft lag. Es warganz logisch: Mann und Weib sind vorallem Mensch; alle Menschen sind gleich,haben gleiche Rechte, gleiche Verpflichtungen.War daher nur Sache des Geschmacks, obman dem Weib die Freiheit des Mannes ein-räumen wolle oder dem Mann die Tugendder Frau aufzwingen. Konsequenter warselbstverständlich das letztere. Da Satz fürSatz der Natur und Wirklichkeit wider-sprach, d. h. nur ein Postulat des Verstandeswar, so musste der letzte Schluss auch gegendie Natur und den Zwang der thatsächlichenVerhältnisse gezogen werden. Den Frauen,die ja schliesslich die Mehrheit sind, passtedies alles ganz vortrefflich. Die Forderungenund der Fanatismus der „Emanzipations-damen" nahmen nun den Charakter desGrössenwahnes an. Selbst eine Vorkämpferinihres Geschlechtes wie die Dichterin Char-lotte Edgren-Le f fler entzog sich derdummen Tyrannei dieser neuen „öffentlichenMeinung" und ihrer zehn Gebote, die eineförmliche Dogmatik bildeten. Denn alleMenschen sind zwar gleich, doch der Mannist schlecht und die Frau ist gut, und der