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Die skandinavische Litteratur und ihre Tendenzen : nebst anderen Essays
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sogar eine herostratische That. Denn fünf-zehn Jahre, nachdem er Mill und Spencereingeführt und alle politischen und sozialen(nicht auch künstlerischen) Konsequenzen ausihren radikal-demokratischen Lehren gezogen, im Jahre 1889 lancirte Brandes in denk-würdigen Vorlesungen, die sich zu einemvielfach umgearbeiteten Essay kristallisierten,mit dem bekannten Feuer und Verkünder-tum den radikalen Aristokratismus FriedrichNietzsches, die Herrenmoral, die Lehrevom grossen Menschen als Zweck allerEntwickelung und der Unentbehrlichkeit desLeidens, das der wirksamste Erzieher unddie Quelle aller menschlichen Erhöhungenist. In seinem Eifer, stets an der Spitze derZivilisation zu gehen und alle neuesten undgrössten Gedanken sich gleichsam zu assi-miliren, vergass Brandes, seine eigene Stellungreinlich abzustecken, zu sagen, ob er seinealten Überzeugungen als Irrtümer erkannthabe oder wie er so conträre Weltanschau-ungen in sich versöhnen könne. Denn nie-mand fasste ihn, den Lehrer, nur als Ver-stehenden und Geniessenden auf. Dies hatdie Jugend stutzig und an ihm irre gemacht.Es war gewiss ein Glück für den Nordenund daher ein Verdienst von Brandes, dasser ihm nach so vielen Kulturströmen auchden Nietzsche'scher Ideen zugeführt hat;