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20.Augusti. Keis. Mt. wurden mich allergnedigst für entschuldiget halten.Dann I. Mt. solte von E. F. Gn. und uns woll versichert sein, daswir bisanhero nichts gehandelt oder getan oder furbas zu tun ge-denken, dann was zu crhaltung I. Mt. reputation und des heiligenreichs wolfart, auch friede, rue und ainigkeit dienlich, mit aller-undertenigster pitt, da hienfuro derglaichen I. Mt. von mir ange-bracht, das sie mich jederzeit darunder beschicken und verhören,da ich mich verantworten konnte, dabei allergnedigst pleiben lassen,wo nit, meiner straff drunder gewertig sein wolte. Darauf sichI. Mt. mit dero raten sich [!] unterredet und mir breviter wideranzeigen lassen, sie hetten meine entschuldigung gehört und Hessenes bei der getanen Verwarnung mit gnaden bewenden ; wolten ver-hoffen, ich wurde mich I. Mt. Zuversicht nach aller gebur ver-halten. Dabei es plieben.
Die hauptursach aber dieser Verwarnung ist nit diese gewesen,sondern, wie des keisers vicecanzler gegen etlichen fursten gesandten(so mir in vertrauen anzeigt worden) sich verlauten lassen, dasich mich understehen solte, alle fürstliche gesandten an mich zuhenken und J. Mt. alle ire Sachen disputirlich zu machen. Daruffaber ime vicecanzler wider begegnet worden, das |sie ire sonder-bare instructiones von iren herren hetten und also weder aufE. F. Gn. noch uns gewiesen. Were woll von gott zu wünschen,das die fursten so einigk weren und geschehen möchte. Da weiss,E. F. Gn. abzunemmen, wohien die ding gemeinet." 4 )
Mb. Hl/1 b. f. 362. Or.
1) Dies bezieht sich auf die Beratung der kais. Replik über den 2.Punkt der Proposition am 23. Aug. Ehem hatte in seinem Votum auchauf die päpstlichen Jubiläen, die „interfectionem religiosorum", das „dictumcardinalls Poli" von der Ausrottung der Türken in Deutschland verwiesenund dem Referenten, der jene Warnung IC. Maximilians für nicht so ernstgemeint erklärte, entgegnet: „das hat laniena Parisiana ausgewisen, waszu Baionna gehandelt gwesen."
2) Vgl. no. 385 A. 5.
3) Vgl. H ab erlin XII, 598; über den Streit des Gr. Albrecht Georgvon Stolberg mit Mainz, das ihm die von seinem Bruder hinterlasseneGrafschaft Königstein gewaltsam weggenommen hatte (Sommer 1581) vgl.ebd. XI, 489 ff.; XII, 558 ff.
4) Scliregel sagt im Prot.: „Das panket haben uns die pfaffen zuge-richt. Als wir alle furn kaiser wollen, hat man nur den canzler furgseltt,als der in derselbigen sach votirt hatt." Der venezian. Gesandte berich-tet noch am 25. Aug. dem Dogen: die rebellischen Städte „hanno elettoper loro capo 'l'ambasciatore di Casimire II quäle avuta audienzasecreta da S. M. ha fatto ogni ufficio, dandole di piü una scrittura perpersuaderlo con diverse ragioni di stato et altre a non essere tanto con-trario oppugnatore alli eretici; ma dopo averli l'imperatore ributtate que-Bte sue parole per conchiusione presa la beretta in mano disse, che quandoquella fosse la Corona imperiale, vorria piut£osto perderla che permettereche fosse fatta violenza alla religione cattolica, per la quäle si esporrasempre in ogni occasione colla autorita et propria vita." Von diesertheatralischen Wendung ist in Ehem's Bericht keine Spur zu finden; beiTheiner III, 317 wird sie in eine Unterredung des Kaisers mit Juliusvon Würzburg verlegt.