266 1577 49-50.
1. Mai 1) Ihre Instruktion vom 28. April (ebd. I. f. 144 Cop.) dringt auf
Resolution des Kf., kritisirt sein Verfahren in Sachen der Religion alsVerdammung seines toten Vaters und als Christenverfolgung und behauptetwenn der Kf. die im Testament und Codicill bezeichneten Stücke J. C.nicht einräumen wolle, könne dieser auf dem Rechtsweg Teilung derganzen nicht zur Kur gehörigen Erbschaft verlangen. — Steuerberg vonLewenstein (vgl. Lehmann, Urk.-Gesch der Burgen der bayer. PfalzIII, 317) war Kämmerer J. C
2) Ueber die Gesandtschaft des jungen Philipp Sidney vgl. Heppe, derkirchliche Verkehr Englands mit dem evangelischen Deutschland im 16,Jahrh., Marb. 1859; Languet, Are. II, 291; ad Sydn. p. 266 ff; adCamerar. 180.
3) Pf. Reiehard, der jüngste Bruder Friedrichs des Frommen, geb.1521, f 13. Jan. 1598, seit 15G9 Nachfolger seines Bruders Georg in Simmern;eifriger Lutheraner trat er doch der Concordienformel nicht bei.
4) Ueber den Naumburger Fürstentag im Jan./Febr. 1561 und dasReligionsgespräch der Pfälzer und Würtemberger zu Maulbronn im April1564 vgl. Kl Friedrich p. 79 ff; 167 ff.
5) Gemeint ist der Frankfurter Fürstentag, auf welchem der (melanch-thonische) Recess vom 18. März 155S vereinbart wurde.
6) Sie betraf die Vergleichung der pfälzischen Brüder, vgl. die Re-lation der Gesandten Roishausen und Wersabe, Heid.db. 28. April undihr Sehr, an L. Wilhelm, Darmstadt 1. Mai, Maib Pfalz 1577 Conn.Vgl oben p. 242.
2. Mai 50. Johann Casimir an Kurfürst Ludwig.Kaisers-lautern (Wird nicht nach Alzei kommen. Bericht seiner Räte über die Aeusscr-
ungen Pf. Reichards. Ludwig soll seine Zusage halten.)
„Mein freundlichen dinst, auch wass ich mer treue, liebs undguts vermag, zuvor. Hochgeborner fürst, freundlicher und herz-allerliebster bruder und gevatter! E. L. werden Zweifels ahnemein schreiben, so ich gesterigs abends spott an sie geton, darinenich derselben zu erkennen gegeben, das ich auf derselbigen begerenmich heutigs tags sampt meiner freundlichen und herzallerliebstengemahl gen Alzheim zu verfugen willens, woll empfangen haben.Nun wäre ich geuzlich des furhabens, mich vermog Schreibens dahinzu begeben. So kan ich derselbigen nit bergen, das ich aus meinerret schreiben, so sie heut frue an mich geton und empfangen unddaraus allerhand reden und gesprech, so mein freundlicher liebervetter und vatter H. Reichard pfalzgraf mit inen gehabt, vermerkt,mit was renk man umbgehet, damit mir aller unglimpf des alles,so zwischen uns bedeu bishero in traction ergangen, auf den halsdrehen und laden will, in dem das ich auf die erbhuldigung vermogvatterlichs testament dringen tue, ob ich auch ein churfurst nebenE. L. sein will (welchs ich nie nit im sin genomen); ich must nitso hoch hierein traben, und dero reden, so ergangen; daraus ichwoll abnemeu kau, wie man mich hinderrucks übergibt, welchs alles