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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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kadnezars Säule, die ganz Babylon anbeten muß, weißer, wenn auch nicht ohne einige Gewaltsamkeit, zu ver-einigen. Überall erstrebt er Einleitungen und Über-leitungen; einen harten unvermittelten Einsatz zeigteigentlich nur die Kreuzholzgeschichte (3918 ff.).

So bestätigen die Glossen, was sich schon aus demVerhältnis des Dichters zur Vulgata ergab. Ein großerTeil der Abweichungen vom Bibeltext zielte auch dortauf technische oder redaktionelle Besserungen. Sein Ein-greifen ist konsequent und macht dem eigentümlichenStil der Vorlage keine Konzessionen. Er läßt aus undkürzt, um "Wiederholungen oder was ihm Wiederholungschien, zu vermeiden; er setzt zu und erweitert, umharte Übergänge des Textes zu mildern; er nimmt leichteUmstellungen vor, um eine bessere Inhaltsfolge zu er-zielen. Und auch für das etwas Starre, Schematische,das sich in der Anlage der Glossen zeigt, erscheinen inder Übersetzung verwandte Züge. Die Neigung zu zu-sammenfassenden abschließenden Zusätzen, die gelegent-lich erscheinende etwas schwerfällige Genauigkeit, dieum der lieben Vollständigkeit willen auch Entbehrlichesgewichtig anführt, gehört in dasselbe Gebiet. Glosseund Text zeigen denselben Mann, einen ganz besonnenenArbeiter mit einem Einschlag von Pedanterie, dem aneinem ordentlichen Gefüge und glatten inhaltlichen Zu-sammenschluß seines Werkes im Grunde mehr lag als ander poetischen Gestaltung.