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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Das ist sein trübes Evangelium. Und so seltsam es unsberührt, von seinem Standpunkt ans ist es nur folgerecht,wenn er in der Nachrede die ehrende Namensnennungseines Gönners Luder nicht besser zu beschließen "weiß,als daß er die hl. Elisabeth und alle Leser und Hörerseines Buches dazu aufbietet, Befreiung vom Sünden-schlamm für ihn zu erflehen, gleich als sei er ganzdarin versunken.

Aus einer solchen Natur heraus versteht man es,wie der Dichter seiner Priesterpflicht besser zu genügenglaubte durch immer wiederholtes Schelten der Sündenund Warnen vor dem Bösen als durch Anleiten zumGuten und Hinweisen auf treffliche Vorbilder. Gewißfehlt es nicht an Bemühungen dieser Art. Die ganzePflanzenallegorie muß diesem Zwecke dienen. Aber schondaß er ihr die breite Antithese entgegensetzt, charak-terisiert den Mann: Straf- und Bußpredigten fühlt ermehr als seinen Beruf. Wir hören die landläufigenKlagen des Mittelalters über das Sinken des Bauern-standes (2686 ff.), die Verrottung der Klosterleute (2726 ff.),die Ungerechtigkeit der Richter (2774ff.). Sein Strafenhat gelegentlich etwas Stumpfes, Gewohnheitsmäßiges,wenn er im allgemeinen bleibt, etwa in Bausch und BogenUnglauben und Hauptsünden verurteilt (2583 ff.) oderklagt, daß niemand mehr den Märtyrern gleich Not undTod des Fleisches ertragen wolle (2610ff. 3014 ff.). Aberdiese Farblosigkeit ist keineswegs die Regel. Und ander größeren Lebendigkeit und Gegenständlichkeit, diesein Schelten zuweilen annimmt, merken wir, daß unsnicht ein Nörgler gegenübersteht, der nur aus Ver-

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