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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Wie in der letzten Gruppe beweist auch im Innerndes Verses die Silbenzahl oft die kontrahierte Form.Auf diese Weise läßt sich feststellen, daß der Dichterstatt hegen die kontrahierte Form kein gesprochen hat,obgleich sie nicht im Reim erscheint. Denn er gebrauchtkein gegen 60 mal, nur sechsmal Icegen 481. 583. 3663.4183. 6140. 7658.

ie

Die überwiegende Zahl von Reimen (94) binden iemit ie. Doch setzt unter gewissen Bedingungen dieMonophthongierung schon ein.

1. Im Auslaut ist sie am verbreitetsten: hi : hie 3435.1921, -.nie 8113; hie:Moysi 6331. 7419, : Apocalipsi 2145,: Cyri 5491. Also 7 x ie:i gegen 29 X ie : ie.

2. Im Inlaut in offener Silbe nur hiefen: rifen 2189.

3. In geschlossener Silbe vor ht: Held : geschult (subst.)4329. 6719, igeschiht (verb.) 2653. 6771, : siht 7305. Hierist offenbar Kürzung eingetreten. Ferner vor r: zier :saphir 2279, tier : pardir 5753 x ), also 2 X gegen 3x ie : ieund 34 x %:i.

Außerdem weist nur noch vor t ein Reim auf Mo-nophthongierung: Davit: diet 2845 (dagegen 15 X -iet :-iet). Nach Zwierzina Zs. 44, 402 reimen manche Md.monophthongiertes ie in einsilbigen Worten vor einfachemKonsonanten nur auf i. Es ist deshalb wohl nicht zu-fällig, wenn in jenem Reim nicht ein Wort mit zweifel-loser Länge steht, sondern der Eigenname Davit 2 ). Imganzen steht jedenfalls der diphthongische Charakter vonie noch durchaus fest, wie ja auch sonst in der Ordens-litteratur. Der Dichter stellt sich in dieser Beziehungmehr zu den Makk. (Einl. p. XXXI f.) und zu Hesler

1) Das Mhd. kennt nur pari und pardel. Nach D. W. VII 1460erscheint die r-Form zuerst bei Luther.

2) Bei Hesler reimt zwar Davit durchaus auf Länge (Helm,PBB 24,152), bei Jeroschin dagegen, der hei i nicht weniger strengdie Quantitäten scheidet, auf Kürze (Ziesemer p. 143).