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Daniel, eine Deutschordensdichtung
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Reimvorrede seiner Prophetenübersetzung. Natürlich,schließt die Praxis dieser Dichter an die Makkabäer an,was für den Daniel schon Helm (Makk. p. XIV, Anm.)mit Recht betont hat. Dabei bedarf freilich der großeUnterschied, daß der Normalvers hier um eine Silbekürzer ist als in den Makk., einer Erklärung. Der Acht-silbler ergibt, wenn man, wie der Dichter will, mit demPrinzip der Wechselbetonung rechnet, vierhebig stampfeVerse mit Auftakt und vierhebig klingende ohne Auf-takt. Der Siebensilbler dagegen kennt nur den vierhebigstumpfen Vers ohne Auftakt und den dreihebig klin-genden mit Auftakt; er vermag also durch das Ver-meiden vierhebig klingender Verse in einem entschei-denden Punkte dem Bilde des alten Reimverses treuerzu bleiben.

1. Silbenzahl.

Die folgende Untersuchung des Danielverses gründetsich allein auf die Hs. S. Es ist schon darauf hinge-wiesen, daß der Schreiber von K sich nicht wie der vonS klar war über das metrische Prinzip, dem der Danielgehorchte. Das metrische Bild des Gedichtes ist deshalbin K stark getrübt durch allerlei willkürliche und in-konsequente Veränderungen der Wortform.

Auch in S hat man bei Feststellung der Silben-zahl mit gewissen graphischen Eigentümlichkeiten derHs. zu rechnen. Eormen wie Munde und vint sind ein-deutig in der Silbenzahl, wenn sie so geschrieben sind;Formen wie Muende und vientlich dagegen sind zwei-deutig und müssen je nach dem Versbedürfnis mitverschiedener Silbenzahl angesetzt werden. Beachtetman das beim Zählen, so zeigen in S von den 8348Versen des Daniel 8174, also 97,84% sieben Silben. InK dagegen, das die Silbenzahl vernachlässigte, habennur 7274, also 87,36 °/ 0 sieben Silben. Das ist ein rechtaugenfälliges Beispiel, hier zufällig einmal genau kon-trollierbar, wieweit das Bild eines Textes nur durch die

Palaestra CI. 2