156Eintreibung der umgelegten Steuern unter militairischer Beihülfe her-ausgestellt hatten.Kaum hatten die Brandenburger und Holländer ihre Positionenin der Eifel verlassen, um weiter rückwärts Winterquartiere zu be-ziehen, als auch schon, noch im Dezember 1689, französische Streif-parteien von der Moſel her, wieder in das Jülich'ſche einfielen, undviele Dörfer und Höfe in den Grenzdistrikten brandschatzten. DurchEntsendung von Infanterie= und Reiter=Abtheilungen nach den bedrohtenPunkten wurde zwar dem weiteren Vordringen des Feindes für jetztein Ziel gesetzt, ohne daß das wiederholte Plündern ganz verhindertwerden konnte. Johann Wilhelm war selbst nach Jülich gegangen,um sich von der Sachlage zu überzeugen, und conferirte hierbei auchmit den brandenburgischen Generalen, welche er nach Düsseldorf ein-lud, wo wir dieselben den 28. Dezember finden, um für den Feldzugdes nächsten Jahres Berathungen zu halten, woraus hervorging, daß2 Bataillone Holländer, 3 Bataillone Brandenburger, und 19 Com-pagnieen Reiter und Dragoner bereitgestellt wurden, um vorkommendenFalls im Jülichschen verwendet zu werden. Mit Anfang des Jahres1690 sehen wir den Fürsten schon wieder auf der Reise, und zwarnach Augsburg, wo über die Angelegenheiten des deutschen Reiches einKurfürsten=Convent berieth, den der Kaiser zusammenberufen hatte.Bei dieser Berufung hatte Kaiser Leopold zwar als offiziellenGrund nur die mündliche Besprechung mit den Kurfürsten, „als denvornehmsten Gliedern des Reiches, an einem sicheren Orte, über dieLage des Reiches“, und die „Berathung über dasjenige, was zur Fort-setzung der beiden Kriege, gegen Frankreich und gegen die Türkennothwendig sei“. Er hatte dabei auch ausdrücklich hervorgehoben, dieKurfürsten möchten mit so wenig zahlreichem Hofstaate als möglich er-scheinen, „weil man bei dermaligen traurigen Zeiten allen überflüssigenAufwand einschränken müsse“. Wenn wir aber sehen, daß namentlichKurfürst Philipp Wilhelm von der Pfalz, dessen Lande sowohl amOberrhein, wie am Niederrhein von den Franzosen so hart mit-genommen waren, und dessen Sohn, unser Johann Wilhelm, vonseinen Ständen, außer für seine eigenen Bedürfnisse, auch noch Zu-schüsse für seinen Vater und für seine Mutter verlangte, bei dieserGelegenheit am 18. October seinen Einzug in Augsburg mit 24 sechs-spännigen Kutschen hielt, mit einem Gefolge von 335 Personen und356 Pferden, so scheint die wohlangebrachte Mahnung seines kaiser-lichen Schwiegersohnes wenig gefruchtet zu haben. Neben der oben-berührten Angelegenheit kamen aber bald noch andere, mehr die kaiser-liche Familie und folglich auch das Neuburgsche Haus betreffende
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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156
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