143Hambach einberufen, um die betreffende Proposition entgegen zu nehmen,in welcher die verlangte Summe zwar nicht angegeben, jedoch ein„ansehnlicher und ergiebiger Beitrag“ erwartet wurde, da die Kriegs-verhältnisse große Ausgaben für Werbungen und Truppenunterhaltnöthig machten. Unter vielen Klagen über schlechte Zeiten und überfranzösischen Druck bewilligten die Unterherrn zuerst 6000 Thlr.;als aber der Fürst damit nicht zufrieden ist, legen sie 2000 Thlr.zu. Auch diese Summe wurde als noch nicht ausreichend befunden,und die Herren verstehen sich endlich nach einigem Sträuben zu derBewilligung und Umlage von 10,000 Thlrn., welche zuletzt als Mi-nimum verlangt worden war. Sie wurden in Gnaden entlassen,und Johann Wilhelm, jetzt mit den nöthigen Geldmitteln in Aus-sicht, konnte sich nun zwei anderen Aufgaben zuwenden, welche baldnäher an ihn herantraten. Es waren dies die Kriegsereignisse undein wichtiges Familienereigniß: die Verheirathung seiner drittenSchwester, Maria Anna, (geb. 1667, also jetzt 22 Jahre alt) mitdem Könige Karl II. von Spanien, wie wir im folgenden Abschnittsehen werden.VIII.Fernere Ereignisse des Jahres 1689. Der Krieg am Niederrhein. GeneralSchöning erobert Rheinberg, 16. Mai. Kurfürst Friedrich III. von Branden-burg übernimmt den Oberbefehl der Armee. Einnahme von Kaiserswerth.Operationen auf Bonn. Prinz Friedrich Wilhelm von Neuburg fällt vorMainz, 23. Juli. Vermählung der Prinzessin Maria Anna von Neuburg mitdem Könige Karl II. von Spanien (Hispanische Hochzeit.) — Eroberung vonBonn. — Fernere Kriegsereignisse. — Landtag im October 1689. — NeueGeldforderungen Johann Wilhelms. — Opposition der Stände. Neuer Ein-fall der Franzosen. Johann Wilhelms Reise nach Augsburg zur Reichs=Con-ferenz. Römische Königswahl. Krönung der Kaiserin Maria Eleonora. Ver-mählung der Prinzessin Sophia Dorothea mit Odoardo Farnese, Erbprinzvon Parma. Verordnungen wegen der Aufbringung der Steuern. Kriegs-Ereignisse. — Erkrankung und Tod des Kurfürsten Philipp Wilhelm. 2. Sep-tember 1690. — Johann Wilhelm wird Kurfürst von der Pfalz. Die KinderPhilipp Wilhelms. Schluß.Nachdem der brandenburgische General von Schöning das linkeRheinufer bis Neus und weiter aufwärts von den Franzosen gesäubert,und den Feind aus Kempen, Bedburg, Hülchrath und Düren ver-trieben hatte, setzte er sich mit dem General von der Beck in Köln in
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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143
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