115VII.Das Jahr 1688. Landtag im Januar und Februar. Einführung von Stempel-papier. — Jülichscher Unterherrntag im März. Verwicklungen bei der Coad-jutor=Wahl in Köln und ihre Folgen. Verdächtigungen Ludwig's XIV. gegenPhilipp Wilhelm. Tod des Kurfürsten Maximilian Heinrich von Köln, 3.Juni. Neue Verwickelungen wegen der Bischofs=Wahl. Cardinal von Fürsten-berg ruft die Franzosen in's Land. Joseph Clemens von Baiern vom Papstals Erzbischof, vom Kaiser als Kurfürst von Köln anerkannt. Ludwig XIV.erklärt den Krieg. Manifest vom 24. September. Franzosen überfallen diePfalz und den Niederrhein. Johann Wilhelm ergreift Maßregeln zum Schutzdes Landes. Franzosen belegen Jülich und Berg mit Contributionen. Ver-handlungen wegen Zahlung derselben. Das Jahr 1689. Landtag im Febr. 2c.General von Sourdy und die Landstände. Veränderte politische SituationJohann Wilhelm entschließt sich zum Widerstande. Reichskrieg an Ludwig XIV.erklärt, 14. Februar. Fortgesetzte Landtagsverhandlungen. Die Branden-burger unter General von Schöning setzen sich in Marsch. Gefechte bei Uer-dingen 2c. Conflicte auf dem Landtage. Steuerveranlagung der Dienstboten 2c.Tod der Kurprinzessin Erzherzogin Maria Anna, 13. April. Schluß desLandtags 7. Mai.Schon unter dem 27. December 1687 hatte Johann Wilhelmdie Einberufung zu einem gemeinsamen Landtag nach Düsseldorf andie Jülich= und Bergischen Stände im Januar 1688 ausschreibenlassen. Die immer näher tretende Besorgniß vor einer französischenInvasion drängte ihn, die nöthigen Mittel zur Vervollständigungseiner Regimenter und der Landesfestungen baldigst zu erhalten.Doch erst gegen Ende Januar fanden sich die Herrn nach und nachin Düsseldorf ein und am 4. Februar 1688 konnte der Landtag eröffnet und die Proposition den Ständen vorgelegt werden.Auffallend freundlich und in starkem Gegensatze zu dem Tone,den der Landesherr gewöhnlich gegen seine getreuen Stände anzuschlagenpflegte, spricht sich die Proposition in ihrem Eingange dahin aus:Stände hätten zu seiner höchsten consolation und gnädigsten contentoso vielfältige Proben ihrer unterthänigsten Treue bisher bewiesen, daßer sicher erwarte, „sie würden ihm auch bei diesem emergenti unter-thänigst unter die Arme greifen“. Die darauf folgenden Forderungenmögen aber bald die Stände über die gnädigen Gesinnungen desFürsten bitter enttäuscht haben.Zunächst verlangte Johann Wilhelm für Rekrutirung und Unter-haltung der Miliz die Summe von 254,062 Thlr. auf ein Jahr; für
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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115
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