154mittel der Bergischen, daß sie die Hälfte dessen votiren wollten, wasdie Jülich'schen auswerfen würden u. s. w. Da aber Johann Wil-helm die Minderangeboie nicht acceptirte, so konnte immer noch keinAbschluß abgesehen werden. Als die Stände nun in ihrer Relationgar wieder auf die, nach ihrer Ansicht zu große Zahl der Regimenter— 4 Regimenter zu Fuß, 2 Regimenter zu Pferde und 1 RegimentDragoner — zurückkamen und verlangten, „der Fürst möge dieGarnisonen reguliren, und die Regimenter in die Grenzorte gegen dasLuxemburgische verlegen, damit die Grenze mehr gesichert sei“, dawurde er sehr ungnädig und sagte ihnen, „sie hätten zwar das Rechtin Bezug auf den Unterhalt der Truppen einige Vorschläge zu thun,die dispositio über die Truppen sei jedoch weit ein Anderes, undwürde er desfalls Landständen nimmermehr etwas einräumen“. End-lich kam die Frage dann doch zur Erledigung, indem die Stände,als sie sahen, daß sie mit ihrer Opposition nicht durchdringen würden,zwar nicht die ganze Forderung, aber doch eine so ansehnliche Umlagebewilligten, daß Johann Wilhelm zufrieden war..Mit desto größerer Festigkeit beharrten sie auf ihrer Weigerungirgend eines Beitrages, zu der Wiederverheirathung des Fürsten.Auch hier wußte jedoch Johann Wilhelm ein Auskunftsmittel. Erließ den Ständen eröffnen: um die Last dem Lande weniger schwerzu machen, habe er es bereits zu Wege gebracht, daß man ihm einKapital von 100,000 Thlrn. „herzuschießen zugesagt“, welches stehenbleiben könne, wenn der Landtag für die Zinsen aufkommen wolle.Nach vielem Hin= und Her=Reden und Schreiben willigten die Ständezuletzt auch ein, daß dieses Kapital zu 6% aufgenommen werdenkönne Jülich partizipirte an dieser neuen Schuld mit 58,000 Thlrn.,Berg mit 42,000 Thlrn Johann Wilhelm war nun wieder mitneuen Geldmitteln versehen und entließ endlich am 23. December denLandtag sehr gnädig.Die zurückbleibenden Deputirten tagten noch bis zum 4. Aprildes folgenden Jahres. Ihnen lag die ebenso schwere als undankbareAufgabe zur Last, die Mittel und Wege der Umlage und der Bei-bringung der bewilligten Summen zu finden, eine Aufgabe, welche umso schwieriger zu lösen war, als die Hülfsmittel der Lande durch diefranzösischen Contributionen und die Durchmärsche der in die Winter-quartiere abrückenden Regimenter sich fast ganz erschöpft zeigten. DieStädte Düren, Münstereifel, Euskirchen, Grevenbroich 2c., die emterNiedeggen, Nörvenich, Pier und Merken und noch andere, hatten dieerste Umlage nur theilweise oder gar nicht aufbringen können, und esfand sich ein Ausfall von 29,147 Thlrn. vor. Städte und Gemeinden
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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154
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