153die Executionskosten fast höher als das quantum sind, zu des Landesgründlichem Verderb.“Zu der Forderung für die „Hispanische Hochzeit“ übergehend,lehnen sie jede Bewilligung zur Umlage und Ausschreibung eines Bei-trages zunächst ganz ab, weil diese Kosten aus dem Kammeretat be-stritten werden müßten. Später verstehen sie sich jedoch zu einemBeitrage von 30,000 Thlrn, von denen Jülich 18,000 Thlr., Berg12,000 Thlr. tragen sollen. Ebensowenig wollen sie von einem Bei-trage zur Wiedervermählung des Fürsten etwas wissen. Dagegensind sie bereit zur freien Disposition desselben einige Mittel auszu-werfen, sobald sie in größerer Zahl beisammen wären. Diese Be-schlüsse wurden den Räthen referirt, welche darauf antworteten durcheine dringende Aufforderung an alle noch fehlenden Herrn, sich schleu-nigst in Düsseldorf zum Landtage einzufinden.Johann Wilhelm, inzwischen von seiner Reise zurückgekehrt,vernahm die Opposition seiner Stände mit großem Unwillen. Erließ dem Landtage vorstellen, daß er das Geld für die Truppen noth-wendig haben müsse, um bei dem ausgebrochenen Reichskriege seineTruppen vollzählig und in guter Kriegsverfassung zu haben und er-halten zu können. Zu mehrerer Bekräftigung theilte er ein Schreibenvom 11. November mit, worin der Kaiser ihm großes Lob spendet,„daß er in so vortrefflicher Kriegsverfassung sei und dem Reich assis-tiren könne“, unter dem Hinzufügen, „daß er erwarte, die Ständewürden die Mittel zur Erhaltung der Truppen bereitwillig aus-werfen. So hoffte er, durch die Autorität des Kaisers unterstützt,auf die Willfährigkeit der Stände einzuwirken. Bezüglich der Bei-träge zur Vermählung seiner Schwester, verwies er darauf: „da esjetzt mit dem Kammer=Etat leider! so schlecht bestellt sei, so könneohne Beihülfe aus Landesmitteln die Ausgabe daraus nicht bestrittenwerden, er hoffe deshalb, die Stände würden sich zu einem Beitrageverstehen“. Was seine eigene Wiedervermählung betreffe, erwarte erohne allen Zweifel, „daß seine lieben, getreuen Stände dazu, wobeisie wegen der davon zu hoffenden succession so lebhaft interessirtwären, in diesem hochahnsehnlichen Stück mit ihrer unterthänigstenTreu und devotion nicht ausser Handen gehen, sondern vielmehr zuseiner abfonderlich gnädigsten consolation und Vergnügung bereit-fertigst unter die Arme greifen werden“.Nach und nach trafen die Fehlenden ein, und die Debatten inden einzelnen Collegien und im Plenum des Landtages nahmen ihrenweiteren Verlauf. Das Feilschen um das zu benennende quantumbegann wie gewöhnlich. Ebenso wiederholte sich das Auskunfts-
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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153
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