152November in Köln bereit liegen müßten, der Rest aber in vier Ter-minen von sechs zu sechs Monaten abzutragen sei.2. „Pro Militari“ — spezifizirt in den Posten: Sold, Unterhalt,Anlage von Magazinen, Anschaffung von Musketen, Festungsbau inDüsseldorf und Jülich 2c. eine Totalsumme von 489,324 ½ Thlr.auf ein Jahr, wozu noch 7000 Thlr. für den Bau der Schanze aufdem linken Rheinufer kommen.3 endlich wird auf die Bedürfnisse und die großen Ausgabendes Fürsten hingewiesen; die Summe des Bedarfs wird zwar, wiegewöhnlich, nicht genannt, sondern nur die Erwartung ausgesprochen,daß bei der gänzlichen Erschöpfung des Kammeretats die Stände„Sr. Churprintzl Durchl. mit einem Erklecklichen unter die Armegreifen werden“. Hierbei kommt schon jetzt, sechs Monate nach demTode der Kurprinzessin, der Gedanke an eine neue Vermählung JohannWilhelms zur Sprache, zu welchem Zwecke 20,000 Thlr. verlangtwerden.?)Die Stände waren über diese Forderungen nicht wenig ver-stimmt. Trotz der Minderzahl, in welcher sie sich bei Abwesenheit sovieler Mitglieder noch befanden, begannen sie die Berathungen zu-nächst über den Militair=Etat. In Bezug auf die Forderungen hier-zu griffen sie auf die Beschlüsse des im Frühjahre abgehaltenen Land-tags zurück. Sie hätten, — sagen sie — damals die Exigenz aufein ganzes Jahr bewilligt, welche in vier Terminen erhoben werdensollte; diese Termine seien jedoch von dem Landesherrn nicht innegehalten worden, vielmehr habe derselbe das halbe quantum, ohneZuziehen der Pfennigsmeister, den Officieren zur direkten Erhebungzugewiesen und das Geld durch dieselben einziehen lassen, mit scharfen,ungewöhnlichen, und dem Lande so kostbaren als schädlichen militäri-schen Executionen, indem an einem Tage über 100 Thlr. an Executionsgeldern in einem Amte drauffgegangen, so daß Alles in AllemWie stimmt dies mit der Angabe in einer noch zu Lebzeiten des Fürstengeschriebenen Art von Biographie, worin es heißt. „Dieser traurigeTodesfall aber erweckte bei Ihro allerliebsten Hrn. Gemahls Durchl. fastunkröstliche Empfindlichkeit, welche so stark zu Herzen getrungen, daß Siewehrendem desolaten Wittibenstand in sehr schwerer Krankheit verfallen,und nachdem Sie der gütige Gott darob wieder gesundt aufstehen lassen,zu einer Ehevermählung fast unbeweglich waren, wenn nicht die oblie-gende propagation Dero hohen Geschlechts und andere hohe Erheblich-lichkeiten Sie darzu gleichfalls gemüßigt hätten, allermaaßen Sie den einsamen Wittibstand drei Jahre continuiret..Manuscr. im Staatsarchiv zu Ddorf.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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Seite
152
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