151nächsten Feldzuges, 1690, wo, wie wir sehen werden, die Franzosenabermals in das Herzogthum Jülich einfielen, da die Brandenburgi-schen Truppen zu weit entfernt standen, um rechtzeitige Hülfe leistenzu können.Von allen Seiten liefen Klagen ein über Erpressungen, welchevon den in die Winterquartiere zurückgehenden Truppen verübt wurden.Das kaiserliche Taffische Regiment zu Pferde plünderte das Kirch-spiel Neuenkirchen im Bergischen; Münstersche, Hannoveraner undKaiserliche hatten im Amt Blankenberg Quartier genommen und sichsehr schlecht aufgeführt. Das Graf Lippe'sche Regiment zu Pferdund das Hannoversche Leibregiment hatten sich dabei besonders durchExcesse gefürchtet gemacht. Im Jülichschen hatten die durchmar-schirenden Brandenburger verpflegt werden müssen, wodurch bedeu-tende Kosten entstanden waren. Aber auch die eigenen Truppenohann Wilhelms blieben nicht zurück, da neuangeworbene Reiterund Dragoner im Amte Blankenberg große Requisitionen machtenund dabei die Dörfer und Gehöfte ausplünderten. Bei der Belage-rung von Kaiserswerth hatte das Amt Angermund sehr gelitten undnachher noch alle tauglichen Pferde hergeben müssen zum Transportder brandenburgischen und münsterschen Artillerie nach Bonn u. s. w.Es hatte sich dadurch eine Menge Material angesammelt, welchesdem Landtage unterbreitet werden sollte, um die Mittel zur Entschä-digung herbeizuschaffen. Dazu kamen noch die Forderungen des Landes-herrn, so daß die Herrn, welche jedoch am 8. October erst in derZahl von Vieren versammelt waren, reichlichen Stoff vor sich liegenhatten.Johann Wilhelm war, wie wir oben sahen, noch auf derReise mit seiner Schwester, als der Landtag eröffnet werden sollte.Die Räthe wollten die Proposition vorlegen, die Stände verweigertenaber die Annahme, weil sie in noch zu geringer Zahl beisammenwären. Als nach einigen Tagen von den Jülichschen drei, von denBergischen aber vier sich eingefunden hatten, kamen die Räthe aber-mals mit der Proposition hervor, sich auf den alten Spruch stützend:tres faciunt collegium, und erklärten, „sie würden die Fehlenden procontumacibus halten und dem Fürsten darüber berichten“. Nunbequemten die Herren sich, die Proposition entgegenzunehmen, welchevom Freiherrn von Spee unterschrieben war und nachstehende Forde-rungen enthielt:1. Für Heirathssteuer der Prinzessin Maria Anna mit dem„König in Hispanien“, 33,000 Thlr, wovon 12,000 schon ultimo
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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Seite
151
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