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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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150folge vor Bonn. Durch Verordnung vom 29. Juni 1689 hatte eralle Inhaber von Lehn⸗ und ſolchen Gütern, welchen die Verpflich-tung zur Stellung von Heerwagen oblag, nach Düsseldorf berufen,um wegen der Kriegsbereitschaft seiner Truppen das Nöthige anzu-ordnen. Ein anderer Befehl (vom 6. Juli) betraf die Ausschreibunder täglich erforderlichen 200 Arbeiter für den Düsseldorfer Festungs-bau und deren wöchentliche Ablösung. Ein drittes Decret endlich(19. August) befahl allen Beamten, gegen etwaige französische In-vasionen fleißig Wache zu halten und eintretenden Falls durch Sturmläuten die Bauern zusammen zu rufen, um die Eindringlinge zu ver-treiben.*) Die Franzoſen hatten aber ihre Streitkräfte nach Lothrin-gen und ins Luxemburgische zurückgezogen; nur die neue FestungMont royal an der Mosel war noch in ihren Händen. Der Feld-zug am Rhein war für dieses Jahr zu Ende. Johann Wilhelmhatte indeß den günstigen Augenblick benutzt und auf dem rechten linkenRheinufer, Düsseldorf gegenüber, auf Kur=Kölnischem Territoriumeine Schanze aufwerfen lassen, zum Schutz der Brücke, aus welcherdas Fort Düſſelburg entſtand.Zur Ordnung der Landesangelegenheiten und hauptsächlich umneue Geldmittel zu erhalten, hatte Johann Wilhelm durch die Rätheunter dem 21. September einen neuen Landtag für den Monat Ok-tober ausschreiben lassen. Die Einberufenen erschienen aber in sogeringer Anzahl, daß die Eröffnung noch hinausgeschoben werdenmußte. Sowohl von den Bergischen als von den Jülich'schen liefenEntschuldigungsschreiben ein, daß sie nothwendig zu Hause bleibenmüßten, weil der Rückmarsch der bei der Belagerung von Bonn ver-wendeten Truppen in die Winterquartiere ihre Anwesenheit in derHeimath durchaus erfordere. Der Kurfürst von Brandenburg hattebeantragt, daß seine Armee in dem Stift Köln, den Herzogthümern Jülichund Berg die Winterquartiere beziehen sollte, um mit dem rechtenFlügel an der Maas, mit dem linken am Rhein, einen Kordon zuziehen, der die Franzoſen von allen Unternehmungen abhalten könnteJohann Wilhelm verwahrte sich entschieden dagegen, und seinen Be-mühungen gelang es, einen Befehl vom Kaiser zu erwirken, wonachdie Herzogthümer von den Winterquartieren verschont bleiben sollten.Der Kurfürst von Brandenburg mußte deshalb seine Truppen theilsin das Geldernsche und Clevische, theils über den Rhein in die Graf-schaften Mark und Ravensberg zurück marschiren lassen. Hierausentstand aber die höchst unglückliche Situation für die Eröffnung des*) Originale im Staatsarchiv. Ausz. bei Scotti. Samml. Nr. 767, 768, 770.