145und gefährdeten dadurch die Verbindung der noch in Andernach stehen-den Französen mit der Festung Bonn.Die Operationen Schönings richteten sich nun auf Kaiserswerth,zu welchem Ende er die Infanterie seines Corps bei Uerdingen überden Rhein führte, die Reiterei aber auf dem linken Rheinufer zurück-ließ, um durch weitausgreifende Streifereien das Land gegen dieRückkehr der Franzosen zu sichern. Kaiserswerth wurde enge einge-schlossen, der eigentliche Angriff aber, zu welchem alle Vorbereitungengetroffen wurden, verschoben, bis zur bevorstehenden Ankunft desKursürsten von Brandenburg, welcher denselben in eigener Personführen wollte.Friedrich III, von Brandenburg traf den 14. Juni in Wesel ein,und blieb daselbst bis zum 20, Juni. Aus den Niederlanden kamder General Prinz von Waldeck, aus dem Lager vor Kaiſerswerth derGeneral von Schöning nach Wesel, um dort über die Weiterführungdes Krieges und die Combination der Operationen zu berathen. Den20. Juni ging der Kurfürst nach Duisburg, ließ dort die Kurfürstin,welche ihn in den Feldzug begleiten wollte, zurück, und nahm den21. Juni sein Hauptquartier in dem, dem Jülich'schen LandmarschallFrhrn. von Spee gehörenden Schlosse Heltorf. Die Landesbewohnerhatten die Ankunft des Kurfürsten mit großem Jubel begrüßt, da siejetzt hofften von den Bedrückungen der Franzosen bald ganz befreitzu werden.?)In Kaiserswerth befehligte der französische General von Mar-connet die schwache, nur aus 450 Mann bestehende Garnison. Fürdie Ausrüstung der Festung mit Geschütz, und für die Instandsetzungder Werke war in der letzten Zeit noch viel geschehen. Gleich nachdem Eintreffen des Kurfürsten eröffneten die bereits fertigen hollän-dischen und münsterschen Batterien ihr Feuer, und als auch am 24.Juni die brandenburgische Artillerie aus Wesel angekommen war unddas Feuer auf die bis dahin noch nicht beschossene Südfront begann,wurden Werke und Stadt so hart mitgenommen, daß der Comman-dant sich zur Capitulation bereit erklärte. Diese wurde den 26. Juniabgeschlossen, die Franzosen — nur noch 20 Reiter, 30 Dragoner und100 Mann Infanterie — erhielten freien Abzug mit allen Kriegs-2) Im Hauptquartier vor Kaiserswerth, 12 — 22. Juni 1689. Gestern istgnädigster Herr mit unbeschreiblichem Frohlocken der sämmtlichen Einwohner,welche Deroselben fast an allen Orten, wo Sie passiret, als ihren Errettenvon der französischen Grausamkeit zugerufen, allhier angekommen. Bran-denb. Diarium des Feldzugs 1689.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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145
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