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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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146ehren und wurden nach Luxemburg escortirt; die Fürstenberg'schen abermußten die Waffen strecken, wurden dem Kurfürsten Joseph Clemensvereidet und dann nach Rheinberg abgeführt. Am 28. Juni wurdeim Lager vor Kaiserswerth ein feierlicher Gottesdienst mit Tedeumabgehalten, welchem auch die Kurfürstin mit ihrem ganzen Hofstaatebeiwohnte, und dann wegen der Fortsetzung der Operationen dasNöthige befohlen. Gesandte der Könige von Spanien und von Eng-land, sowie der Generalstaaten waren im Hauptquartier eingetroffen,um den Kurfürsten wegen des schnellen und glücklichen Erfolges seinesersten Debüts als Feldherr zu beglückwünschen.Im Kriegsrathe war beschlossen, den Vormarsch auf beidenRheinufern fortzusetzen; das Operationsobject war Bonn. Die Armeewurde deshalb in zwei Colonnen getheilt. Auf dem rechten Rheinufermarschirten der brandenburgische General von Barfuß und der mün-stersche General Schwartz den 29. Juni aus dem Lager ab, erreichtenden 1. Juli Lülsdorf, überſchritten den 7. Juli die Sieg bei Bergheim und besetzten Rheindorf und Vilich. Dadurch waren nicht nurdie Siegübergänge frei geworden, sondern auch die französische Gar-nison in Siegburg zum schnellen Abzug veranlaßt. Vor dem Abzugaber hatten die Franzosen noch die Stadt geplündert, alles Vieh nachBonn hineingetrieben, Alles mitgenommen, was nicht niet= und nagel-fest war, und außerdem noch einige der angesehensten Bürger alsGeisseln mitgeschleppt*). General von Barfus ließ sogleich die Lauf-graben gegen die Beueler Schantze auswerfen und Batterien errich-ten, und nahm am 11. Juli, nach mehrtägigem heftigem Beschießendie Schanze mit Sturm. Die Besatzung zog sich mit großem Verlustnach Bonn zurück, und auf dem rechten Rheinufer im HerzogthumBerg war kein Franzose mehr zu sehen.Der größere Theil des Kaiserswerther Belagerungscorps, untereigener Führung des Kurfürsten, mit dem General von Schöningverließ das Lager am 2. Juli, passirte den Rhein bei Düsseldorf,wo Johann Wilhelm schon im Mai eine Brücke hatte schlagen lassen,und bezog ein Lager bei Holzheim, unweit Neus. Den 6. Juli wurdeder Marsch bis Zons fortgesetzt und dort ein neues Lager bezogen,in welchem zehn Tage ausgeruht wurde. Die Reiterei hatte die rechteFlanke des Marsches gedeckt und breitete sich in der weiten Ebene an!) Die Stadt hatte die ungebetenen Gäste 8 Wochen beherbergt und be-rechnet die Ausgaben allein für Verpflegung auf 4000 Thlr. Die Abtei,wo sich der Stab einlogirt hatte, weist in ihren Rechnungen einen Schadenvon 5000 Thlrn. nach.