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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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144Verbindung. Dieser machte noch im April den Versuch, die Bonn aufdem rechten Rheinufer gegenüber gelegene Beueler Schanze durch einenHandstreich zu nehmen, und ließ einen Theil der Kölner Garnisonunter dem Brandenburgischen Obersten von Heiden dorthin aufbrechen.Der Versuch scheiterte an der Wachsamkeit des Feindes, der Oberst vonHeiden wurde dabei so schwer verwundet, daß er bald nachher starb.Cardinal von Fürstenberg war jedoch durch diese Erfolge seiner Gegnerso sehr in Schrecken und Angst versetzt worden, daß er den 6. Aprilin sechs Kutschen und mit einer Escorte von 100 Reitern Bonn ver-ließ und nach Paris eilte, wohin ihm seine Freundin, die Gräfin vonder Mark, schon vorausgegangen war. Alles baare Geld aus denKassen und sämmtliches Silbergeschirr des Kurfürstlichen Schlosseshatte er mitgenommen. Die Franzosen waren nun Alleinherrn inBonn, und der Gouverneur, General von Asfeld, ergriff alle nöthigenMaßregeln, um die Werke der Festung in besten Vertheidigungszustandzu setzen.Die nächste Aufgabe Schönings war nun, die Festung Rhein-berg in seine Hände zu bringen. Der Platz war enge eingeschlossen,und die nach Abzug der Franzosen noch aus 12 Compagnieen Fürsten-bergischer Infanterie bestehende Garnison, größtentheils Schweitzer,war von allen Verbindungen nach auswärts abgeschnitten. WenigeSchüsse genügten, um den Commandanten, Baron von Bernsau, zurCapitulation geneigt zu machen. Dieselbe erfolgte am 16. Mai, nach-dem die lediglich auf seine Privatverhältnisse gerichteten Bedingungengenehmigt waren.!) Die Garnison schwor dem Kurfürsten JosephClemens den Eid der Treue, und wurde noch durch 600 Mann Hol-länder und Brandenburger verstärkt. Münstersche Truppen waren in-zwischen in das zum Kurfürstenthum Köln gehörende HerzogthumWestfalen eingedrungen, hatten die dort noch stehenden französischenAbtheilungen zurückgeworfen, Werl eingenommen, und ihren Marschdurch das Sauerland nach dem Rheine fortgesetzt. Sie vertrieben dieFranzosen aus Linz, besetzten Hammerstein und die dortige Rheininsel,Diese, ihres Inhaltes wegen eigenthümlichen Bedingungen bestanden darin,daß Bernsau zunächst die Einwilligung der Majorität des Kölner Dom-capitels voranstellte. Dann aber verlangte er, man solle ihn und seineGüter gegen die Franzosen schützen, ihm eine Obersten=Stelle vom Kaiserverschassen, ihm das Gouvernement von Rheinberg zeitlebens belassen,ferner ihm das nächste im Erzstift Köln vakant werdende Amt zusichern,ihm die Kontribution, welche er in Händen habe, überlassen und endlichihm noch eine anständige Discretion geben. Theatr Europ. XIII. 719.