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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
141
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141mit den brandenburgischen Generalen zu Kempen, geschlossenen Ver-trages, Rationen für die Brandenburger hatte ausschreiben lassen.Auf die Gratulation erwiederte ihnen Johann Wilhelm,er danke,daß sie ihm zwar ein glückliches alleluja anwünschen und darunterihre unterthänigste Treu und Devotion mit Worten contestiren,er hätte aber auch gehofft, sie würden solches im Werk selbst erzeigthaben; wenn sie glaubten, daß der befohlene Gebrauch des Stempel-papiers den Lauf der Justitz hemme 2c. so hätten sie sich darin nichteinzumischen, das ginge ihn allein an und er wolle es verantworten;es sei dies übrigens nicht der Fall, und die Opposition rühre nurvon Einzelnen her; sie verlangten unter den jetzigen Verhältnissenfür sich und die Ihrigen, mit Kriegs= Chargen accommodirt zu wer-den, wollten aber nichts geben, er werde deshalb zu den Kriegs-Chargen Ausländer vorziehen 2c. Zum Schlusse verlangt er dieBewilligung des Stempelpapiers noch auf zwei Jahre, und entläßtsie dann mit der Mahnung, nun der Sache ein Ende zu machen.Während die Stände nun in ihren Collegien diese Angelegenheitwieder in Berathung nahmen, lief die Nachricht ein, daß des FürstenGemahlin am 13. April in Wien, wohin Johann Wilhelm sie imJanuar gebracht hatte, an einer Brustaffection gestorben sei. DerLandtag schickte sogleich eine Deputation zum Fürsten zur Condolenz,und ließ um die Erlaubniß bitten, ihm in corpore aufwarten zudürfen. Johann Wilhelm nahm dies aber nicht an,er sei zu sehralterirt, um sie vorlassen zu können, das Land hätte eine getreueLandesmutter verloren, und insofern er sich einmal verän-dern sollte, würde es ihnen vielleicht nicht so gut gefallen. Schließlich mahnte er sie abermals, sie möchten machen, daß sie mit ihrenBerathungen zu Ende kämen.Die verstorbene Kurprinzessin, Erzherzogin Maria Anna vonOesterreich, war eine wahrhaft religiöse und fromme Frau. Haupt-sächlich auf ihren Antrieb hatte Johann Wilhelm im Jahre 1686die von seinem Großvater Wolfgang Wilhelm an dem Kreuzwege zuBilk errichtete Mariensäule, Hilf der Christen, mit einer Kapelle ver-sehen lassen, welche in der äußern Form ganz der santa casa indie Loretto=Kapelle um welche späterLoretto nachgebildet war,ein größeres Gotteshaus erbaut wurde. 27) Der fromme Sinn der27) Es ist die jetzige Pfarrkirche zu Bilk. Die Loretto=Kapelle hat in der-selben noch gestanden bis 1812, wo sie fortgenommen werden mußte, umRaum für die größere Gemeinde zu gewinnen, da die alte Pfarrkirche zuBilk, eine der ältesten Kirchen des Rheinlandes, wegen Baufälligkeit nichtmehr benutzt werden konnte.