137verfolgt worden, und nur mit genauer Noth der Gefangennahme ent-gangen wären. Der Intendant Heis wolle ſich auf gar nichts ein-lassen und bestehe auf der pünktlichen Einlieferung des Geldes, wie derabgeschlossene Vertrag es vorschreibe Die Rathlosigkeit der Ständewurde dadurch noch vermehrt, doch beschlossen sie, noch einmal denVersuch zu machen, ob der Fürst nicht von seinen Forderungen abzu-bringen sei.In der deshalb nachgesuchten Audienz vom 15. März empfängtJohann Wilhelm sie mit Vorwürfen wegen ihrer bisherigen Weige-rung, auf seine Vorschläge unbedingt einzugehen. „Was sie von denfranzösischen Bedrohungen vorschützten, seien nur leere Worte; dieSachen lägen viel günstiger, als sie in ihrer timore panico sich ein-bilden wollten; wenn Einer wirklich von den Franzosen deshalb beschä-digt werden sollte, so möchte er das als eine mérite betrachten, die erfür das gemeine Wesen erworben; er verlange ja keine Umlage undAusschreibung des Geldes, sondern nur einen Assecurationsschein fürdie Geldaufnahme, und dazu werde er sie schon anzuhalten wissen,werde sie auch nicht eher verabschieden, bis sie die Zustimmung gegebenhätten 2c.Die Stände traten abermals in Berathung, konnten aber zukeinem definitiven Beschluß kommen. Sie referirten, daß sie im vorigenJahre bedeutende Summen bewilligt hätten, von denen noch ein Er-kleckliches in Vorrath oder rückständig sein müsse; sie hätten fernerschon in die Aufnahme der 10,000 Thlrn. gewilligt, welche der Frhr.Johann Arnold von Bietinghoff genannt von Schell zu Schellenbergvorschießen wolle, und demselben das Indigenat zuerkannt; außerdemhätte der Fürst einseitig, ohne Wissen der Stände, im Lande Summenausschreiben lassen, welche der französischen Contribution ziemlich gleich-ständen; er habe ferner Stempelpapier eingeführt, ohne die Stände zufragen u. s. w. Dies Alles müsse ausreichen zum Unterhalt derTruppen. Wenn sie den Assecurationsschein unterschrieben, würden dieFranzosen sie dafür ansehen; sie bäten nochmals, sie gnädigst zu de-mittiren. Da diese Relation ohne Erfolg blieb, beschlossen sie, ihrenSyndikus zum Oberst=Kämmerer von Spee zu senden, um dessen Ver-mittelung in Anspruch zu nehmenAls der Syndikus sich zur Ausführung des Auftrages der Ständein das Schloß verfügte, begegnete ihm — ob zufällig? muß dahin ge-stellt bleiben — Johann Wilhelm im Vorzimmer und rief ihn zu sichhinein. Mit harten Worten bedeutete er ihm, „er möge den Ständenmittheilen, daß er absolute haben wolle, was er von ihnen gesonnen,oder er würde genöthigt sein extrema zu tentiren; Stände möchten
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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137
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