131die Contribution nach der alten Matrikel umgelegt werden müsse,ohne daß Geistlichkeit, Ritterschaft und Militairs davon ausgenommenwären. Das Geld (600,000 livr.) solle in vier Terminen, von 3 Mo-naten zu 3 Monaten, in Bonn gezahlt, dem Ueberbringer aber freiesGeleit zugesichert werden; es dürfe gegen Säumige keine Executionzur Ausführung kommen, ohne acht Tage vorhergegangene Benach-richtigung. Die Domainen des Landesherrn, die Güter und Woh-nungen der Räthe und der Gerichtsbeamten, sind von jeder Einquar-tierung befreit. Alle Beamten, namentlich der in Köln wohnendeSyndikus und Pfennigsmeister, werden unter den Schutz des Königsvon Frankreich gestellt, mit Ausnahme der Offiziere. Alle Bewohnerdes Herzogthums dürfen sich frei bewegen. Das Land soll von allenPlünderungen, Brandſchäden, Verwüſtungen und allen vorgeſehenenund nicht vorgesehenen Zufällen, welche es belasten sollten, ausgenom-men sein; es soll keine Forderung an Vieh, Korn, Speck, Pallissadenꝛc. gemacht werden u. ſ. w. Alle dieſe Bedingungen waren unter derVoraussetzung pünktlichster Zahlung gestellt, für welche zu sorgen dieDeputirten sich anheischig machten. Somit glaubte sich auch das Her-zogthum Jülich gegen alle Uebergriffe der Franzosen geschützt zu habenaber auch hier, wie im Herzogthum Berg, kümmerten dieselben sichwenig oder gar nicht um den abgeschlossenen Vertrag.Wir haben eben gesehen, wie auf dem neu einberufenen Land-tage bis zum 11. Februar nur wenig verhandelt wurde, da die Pro-position des Fürsten den Ständen noch nicht vorgelegt war. Inzwi-schen war aber von den Deputirten in Bonn ein kläglicher Berichtvom 9. Februar eingelaufen, worin dieselben baten, Stände möchtendoch Alles thun, um die Franzosen zu befriedigen, „damit das Landvon der bereits anbedröheten und angeordneten Gefahr des erbarm-lichen Sengens, Brennens, Spannens, Fangens, Saccagirens, wie dieformalia sein, errettet werde“. Die Stände antworteten ihnen am12. Februar, „Deputirte sollten dahin wirken, daß die Einziehung vonArbeitern zu den Festungsbauten nach Bonn und Kaiserswerth ab-gestellt würde, sie möchten versuchen diese Last durch ein Geldangebotabzulösen, wozu ihnen 4 bis 5000 Thlr. zur Verfügung gestelltwürden, damit die Franzosen dafür Arbeiter dingen könnten“, dieDeputirten machten auch den Versuch, allein weder der IntendantHeis noch der Commandant von Asfeld wollten darauf sich einlaßenwie die Deputirten am 16. Februar berichten — „sie hätten viel-mehr sich dahin ausgesprochen, man suche sie nur immer zu amusirenund zu betrügen, binnen drei Tagen müsse unbedingt Zahlung gelei-stet werden“. Auch an Johann Wilhelm berichteten die Deputirten
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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131
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