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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
129
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129den Einquartirten weiter nichts als Unterkommen gegeben werdensollte, wurden überall die schwersten Erpressungen gemacht. Furage)Brandewein, Licht und Geld wurde in den Quartieren requirirt,und in den fürstlichen und Privat=Waldungen wurde rücksichtslosHolz geschlagen zu Pallissaden für Kaiserswerth und Vonn. Zwarverbot General Sourdy unter dem 2. Januar die selbstständigen Re-quisitionen der Truppenführer und untersagte den Offizieren dasJagen in den fürstlichen Forsten, sowie das Verlangen derselben andie fürstlichen Jäger, für sie zu jagen und ihnen das Wild abzu-liefern; es blieb jedoch, wie es gewesen war, nur daß die Herrnetwas vorsichtiger zu Werke gingen und mehr die Privat=Jagden inAnspruch nahmen. Zu den Festungsbauten in Kaiserswerth wurdenvon den Aemtern täglich eine große Zahl von Arbeitern und Ge-spannen requirirt, und mit Gewalt eingeholt. Ueberhaupt wurde aufden Vertrag wenig Rücksicht genommen.Den 10. Januar ließ General Sourdy den Ständen mittheilen,sie möchten sich mit den Zahlungen beeilen, da der KriegsministerLouvois ihn sehr dränge und wiederholt befohlen habe, mit demNiederbrennen vorzugehen, und ihm die Zahl der Dörfer anzugebenwelche schon eingeäschert worden seien??). Es war dies die Anwei-sung zur Ausführung der officiell ausgesprochenen Absicht der Fran-zosen, längs des Rheines auf beiden Ufern Alles zu vernichten, umdurch den auf diese Weise entstehenden Wüstengürtel eine größere Si-cherung ihrer Grenze gegen Deutschland zu erlangen. Neue Verlegenheit entstand noch dadurch, daß die Brandenburgischen Reiter derKölner Garnison häufige Streifzüge in die Umgegend machten und diefür die Franzosen nach Bonn zu liefernden Gelder abfingen, so daßJohann Wilhelm im Februar sich darüber bei dem Magistrat vonKöln beschwerte und Abhülfe verlangte.?) Auf dem Gute des Syndikus Esken in Vernich einquartierte französischeReiter verlangten und erhielten Jeder täglich 3 Pfd. Hammel= und 4Pfund geräuchertes Schweinefleisch. Bei ihrem Abzuge nahm jeder Reiternoch einen Schinken, und alle zusammen eine Speckseite mit. Brief desjüngeren Esken an seinen Vater.... d'y mettre le feu et de lui mander le nombre des villages qui ontdéjà été brulés etc. Bericht der Deputirten. Gleiches Schreiben erhieltendie Jülichschen. Beilage der Landtags=Protokolle, eigenhändig vonSourdy.Schreiben Joh. Wilh. an die Stadt Köln, Februar 1689. Köln. Stadt-Archiv. Die Brandenburger hatten den Bürgermeister von Wipperfürthabgefangen, ihm das Geld, welches er nach Bonn bringen wollte und auchChaise und Pferd abgenommen.