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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
127
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127zu praesentiren, damit er das Land möglichst schone. Die Deputirtenbefolgten den Rath, trafen den 31. Dezember in Neus ein und er-hielten am Neujahrstage 1689 vom General Sourdy die erbeteneAudienz. Das ihm angebotene Geschenk von 2000 Thlrn. überginger jedoch mit Schweigen. Dagegen zeigte er ihnen einen Befehl desKriegsministers vor, worin ihm aufgegeben war, das Haus Calcumzu besetzen oder niederzubrennen; aus Mitleiden habe er es bis jetztunterlassen, die Herrn möchten aber dahin wirken, daß in dem HauseLohausen 30 bis 40 Mann aufgenommen, und daß die nach Kaisers-werth hin liegenden Gräben zugeworfen und die Mauern nieder-gerissen würden. Wegen der Lieferungen verwies er sie an den Com-missar Vinciel. Die Deputirten traten darauf mit demselben inVerhandlung, waren aber nicht wenig überrascht, als die in demVertrage stipulirten Rationen zur Hälfte in Geld und zur Hälfte innatura verlangt wurden. Außerdem theilte ihnen der Commissar ver-traulich mit, daß der General sich in Bezug auf die ihm angebotenen2000 Thlr. geäußert habe,diese Summe sey wohl gut für einenLakaien, aber nicht für ihn. Die Deputirten boten nun 4000Thlr., dann legten sie noch 1000 Thlr. zu, wenn man den Preis fürdie Rationen ermäßigen wolle. Indeß kam die Sache jetzt noch nichtzum Abschluß; nur aus den Rechnungen geht hervor, daß der General8000 Thlr. erhalten hat von Berg und ebenfalls 8000 Thlr. vonJülich. Der Intendant Heis erhielt eine Verehrung von 10,000Thlrn.Somit hoffte man für das Herzogthum Berg diese Angelegen-heit geordnet. Für das Herzogthum Jülich lag indessen die Erledi-gung noch sehr zurück Die Stände hatten ihren Deputirten noch dieHerrn von Hatzfeld und von Bernsaw zugesellt. Im Begriff, eben-falls nach Bonn zu gehen, wurden die Herrn jedochwegen sicherenpar ordre de S. Altesse ihnen zugebrachten discursen davon abgeschröcket, und faßten den Beschluß, die Verhandlungen schriftlich zuführen. Worin das ihnen Mitgetheilte bestand ist leider nicht an-gegeben; Herr von Hatzfeld führt nur an, Herr von Ketzgen habeihm diese Mittheilung gemacht, er habe aber auf Cavaliers paroleund an Eides statt versprechen müssen, keinem Menschen die geringsteaperteur zu geben. Später werden wir jedoch die Jülich'schen De-putirten ebenfalls in Bonn wiederfinden.Dem Aufrufe zum Landtage vom 18. Dezember 1688 warennur Wenige der Rittterbürtigen nachgekommen, da die Sorge um ihreigenes Wohl und Wehe sie in ihrer Heimath zurückhielt. Ohne diePropositionen des Fürsten entgegen zu nehmen, welche auch die For-