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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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126beiwohnte, ohne daß ein Resultat erreicht wurde. Da lief schon wiederein Schreiben Johann Wilhelms,d. d. Bensberg, den 24. Dezemberein, worin er den Herrn ihr Zögern ernstlich verweißt und sie mitseiner Ungnade bedroht; auch macht er ihnen den Vorwurf, daß siedie Deputirten der Hauptstädte ausgeschlossen hätten und macht sieschließlich verantwortlich für allen Schaden, der durch diese Zögerungdem Lande erwachsen könne. Unter dem 26. Dezember bitten die Deputirten wegen der Verzögerung um Entschuldigung und senden zugleichden Entwurf zu dem mit den Franzosen abzuschließenden Vertrag,welcher vom Fürsten genehmigt und am 27. Dezember ratificirt wurde.Nach Inhalt dieses Abkommens sollte das Herzogthum Bergdie ihm auferlegte Contribution von 300,000 livres in drei Terminen(Februar, April und Juni) jedesmal mit 100,000 livr. in Bonnbaar zahlen. Dagegen wird französischer Seits versprochen, keineFeindseligkeiten auszuüben, keine Städte, Dörfer, Flecken, adligeHäuser, Schlösser, Klöster oder plattes Land mit Truppen zu belegen,es sei denn, daß der Königliche Dienst es nothwendigmache, alsdann aber sollen diese vom Lande nichts verlangen alsdas Unterkommen; das Her ogthum Berg hat 10,000 Pallissadenfür Bonn zu liefern und Fourage für die Cavallerie in Bonn, Kaisers-werth und Andernach, die jedoch 1000 Rationen täglich nicht über-schreiten soll. Die Deputirten verpflichten sich endlich, dahin zuwirken, daß die aufgebotenen auern nicht mehr die Rheinübergängebewachen und nicht die Waffen gegen die Franzosen führen sollen.Gleich nach der Unterschrift des Vertrages begaben die Deputirten sichauf den Heimweg, nur der jüngere Esken, als Stellvertreter seinesVaters, blieb wegen der Abwickelung der Angelegenheit in BonnzurückDen 29. Dezember kamen die zurückgekehrten Deputirten nachBensberg, wo der Kurprinz sich zu dieser Zeit aufhielt, und erstattenBericht. Johann Wilhelm war mit dem Erreichten außerordentlichzufrieden, belobte jetzt die Herrn wegen ihrer Bemühungen, und gabihnen noch den guten Rath, nun sich nach Neus zum General Sourdyzu begeben, um sich bei demselben zu entschuldigen, daß sie direkt nachBonn gegangen wären, ohne vorher mit ihm zu verhandeln, siemöchten aber nicht unterlassen dem General eine honorable donatio1) Die bei den Landtagsverhandlungen befindlichen Briefe des jüngerenEsken an seinen Vater enthalten viele interessante Details, woraus her-vorgeht, daß die Franzosen sich um den abgeschlossenen Vertrag wenigkümmerten und denselben fast ganz illusorisch machten.