125zu berathen, so ließ Johann Wilhelm ihnen andeuten, „wenn sie irgendEtwas des Landes wegen zu überlegen hätten, so müsse dies in Düssel-dorf geschehen“. Zugleich erließ er unter dem 18. Dezember eineAufforderung an die Stände beider Herzogthümer, sich gleich nachEmpfang dieses Einberufungsschreibens ungesäumt nach Düsseldorf zuverfügen, zur Abhaltung eines gemeinsamen Landtages, was auchgeschah 18Die Zeit drängte. Die Franzosen hatten am 19. Dezemberschon Siegburg besetzt und die Siegübergänge gesperrt. Den 20. De-zember plünderten sie Zündorf. Die Richter der Aemter Löwenburgund Blankenberg waren bereits mit Execution, Sengen und Brennenbedroht, wenn sie nicht schleunigst die ihnen auferlegte Contributioneinlieferten. Im Herzogthum Jülich hatte der General Marquis vonSourdy, welcher sein Hauptquartier in Neus genommen, ebenfalls schonExecutionen vollstrecken lassen und die schärfsten Drohungen ausgesprochen.Verfolgen wir zunächst den Verlauf der Verhandlungen derBergischen Deputirten, welche sich inzwischen auf den Weg gemachthatten nach Bonn, wohin ihnen der Syndikus und PfennigsmeisterEsken bereits vorausgegangen war. Nach mehrfachem Aufenthaltund Beunruhigung durch französische Streifparteien, trafen sie den21. Dezember in Bonn ein, wo der Freiherr von Rottkirchen ihreUnterhandlungen mit „Messire Thomas de Heiss, Intendant destroupes de S. M. le Roi“ zu vermitteln versprochen hatte. Durchdas rasche Vorgehen der Franzosen gegen Siegburg und Zündorf,hatte die Besorgniß bei Johann Wilhelm dergestalt zugenommen, daßer in größter Aufregung war. Er befürchtete ein Bombardementseiner Residenzstadt Düsseldorf, und setzte sich durch Vermittelung desVogts von Gladbach, Peter Brück, mit dem Marquis von Sourdyin direkte Verbindung. Schon am 22. Dezember schreibt er an dieDeputirten nach Bonn: „Nachdem durch Eure Langsamkeit in derContributionshandlung zu besorgen, daß man unversehens mit an-bedrohter Execution überfallen werden dörffte, als schicken Wir Euchdiesen Expressen mit dem gnädigsten und ernstlichsten Befelch, daß ihrohne Verlierung einigen Moments den Traktat über die französischencontributiones so gut ihr immer könnt schließet und derentwegen einEndt machet!“Die folgenden Tage verliefen unter Verhandlungen in Bonndenen auch der dortige französische Commandant, Herr von Asfeld,38) Am 26. Dezember 1888 sind anwesende Stände hinunter uff Düsseldorf„marchirt“ heißt es im betreffenden Protokoll zu diesem Tage.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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125
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