124Leistung ihres zur Landesvertheidigung erforderlichen Lehndienstes zustellen und sich auf sechs Wochen zu verpflegen. Von einer Ablösungdes Dienstes durch Geld war diesmal nicht die Redels). Aber nurzu bald kamen die direkten Folgen der Nähe der Franzosen in denHerzogthümern zum Ausdruck, als im Dezember 1688 dem Herzogthum Berg eine Contribution von 300,000 livres (100,000 Thlr. clev.)dem Herzogthum Jülich eine solche von 600,000 livr. (200,000 Thlr.clev) auferlegt wurde, binnen acht Tagen unfehlbar in Bonn zuzahlen unter Androhung „des Sengens und Brennens“. Die franzö-sischen Behörden hatten sich die genaue Matrikel zu verschaffen gewußt,nach welchen die Umlagen auf die einzelnen Städte und Aemter ge-wöhnlich repartirt wurden, und hatten gleich die Rate für jedes Amtund jede Stadt festgestellt. 17Wie man das Geld in der kurzen Zeit aufbringen solle, warschwer zu ersehen. Die Deputirten der Stände beschlossen Einigeaus ihrer Mitte nach Bonn zu senden, um mit dem französischen In-tendanten Unterhandlungen anzuknüpfen und, wenn nicht einen Nachlaß,dann doch mindestens Ausstand zu erhalten. Von bergischer Seitewaren es die Herrn von Schöller und von Wylich zu Großen=Bern-sau, von Jülich'scher Seite der Herr von Ketzgen zur Klee, der schon1679 die Verhandlungen mit den Franzosen in gleicher Angelegenheitgeführt hatte und Herr von Syberg. Da inzwischen die zunächstbedrohten Ritterbürtigen des Herzogthums Jülich aus eigenem An-triebe in Köln zusammengetreten waren, um über die Lage der Dinge**) Original im Staatsarchiv zu Düsseld. Auszügl. Scotti, Nr. 754.Da es von statistischem Interesse ist, die damalige Veranschlagung kennenzu lernen, so mögen dazu folgende Notizen dienen. Die Matrikel für dasHerzogthum Berg gab die Summe an, welche bei einer Umlage von 1000Thlrn. — jede Stadt, resp. Amt zu zahlen hatte; das Hundertfache dieserSumme würde der jetzt auferlegten Contribution entsprechen. Von denLandbezirken oder Aemtern stand Amt Steinberg mit 207 Thlrn. 57 Alb.an der Spitze. Amt Blankenberg folgte mit 117 Thlrn. u. s. w. Amniedrigsten stand Amt Elberfeld mit 12 Thlrn. 28 Alb. — Die Städtesind veranschlagt: Düsseldorf 34 Thlr. 15 Alb. 8 Heller. Ratingen14 Thlr. 39 A. 1 Hell. Wipperfürth 13 Thlr. 53 Alb. Lennep 12 Thlr.20 Alb. Rade vorm Wald, Solingen u. Gerresheim je 6 Thlr. — DieFreiheiten hatten zu zahlen: Mettmann 8 Thlr. 69 Alb. 7 Hell. Mül-heim a. Rh. 8 Thlr. 60 Alb. 8 Hell. Elberfeld nur 5 Thlr 54 Alb.7 Hell. Monheim 5 Thlr. 19 Alb. Weslingen 4 Thlr. 25 Alb. Anger-mund und Hückeswagen je 1 Thlr. 47 Alb. 7 Hell. endlich Burg 1 Thlr.28 Alb 3 Hell — Stadt und Vogtei Siegburg in ihrer Sonderstellung,waren zu 16 Thlr. 59 Alb. 2 Hell. normirt.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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124
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