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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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117weiter auf dieser Forderung, und entließ die Stände ebenso gnädig.wie er sie empfangen hatte. Durch ein schon am 22. Februar erlassenesDekret zur Einführung einer Stempeltaxe auf das bei öffentlichen, ge-richtlichen und Verwaltungs=Verhandlungen zu verwendende Pergamentund Papier in 4 Stufen, von 2 Albus, 20 Albus, 40 Alb. bis zurhöchsten Stufe von 2 Thlrn. den Bogen, hoffte er den Ausfall deckenzu können. Den 25. Februar aber befahl er, daß die Amtleute mitden Schöffen, Vorstehern und Meistbeerbten sofort in Berathungtreten sollten, um die zweckmäßigsten Wege zur pünktlichen Zahlungder umgelegten Steuern an den Verfallterminen ausfindig zu machen.!)Das noch Fehlende gedachte er von den Jülich'schen Unterherrn heraus-zuschlagen.Den 28. März 1688 kamen die Unterherrn in Hambach zu-sammen. Sie wurden von Hause aus angewiesen, ihre Verhand-lungen zu beschleunigen, da der Fürst von seinem Vater nach Heidel-berg berufen sei, und baldigst abreisen wolle. In der Propositionwurden für Römermonate, Kammerzieler, für Bedürfnisse des Landesund des Landesherrn 2c. in Summa 13,000 Thlr. gefordert, mit demBemerken, daß er davondas Geringste nicht abweichen, noch daranichtwas fallen lassen könne. Die Unterherrn ließen sich jedoch aufdie einzelnen Posten gar nicht ein, sondern bewilligten ein Pauschquantum von 10,000 Thlrn. zu des Landesherrn freier Disposition,nebst 500 Thlrn. für Zinsen,um das Geld gleich anschaffen zukönnen. Johann Wilhelm ist ausnahmsweise damit einverstanden,verfehlt aber nicht in dem den Unterherrn ertheilten Abschied dasWortUnterthanen mehrmals zu wiederholen und scharf zubetonen.Mit den gewünschten Geldmitteln versehen trat nun JohannWilhelm die Reise nach der Pfalz an, wo er indeß wenig erfreulicheZustände fand. Die inzwischen am westlichen Horizonte aufziehendenund sich immer mehr nähernden Gewitterwolken scheinen ihm denAufenthalt daselbst bald verleidet zu haben, denn im Sommer findenwir ihn schon wieder in Düsseldorf. Seine Gegenwart war aber auchhier dringend nothwendig, denn in nächster Nachbarschaft in Köln,bereiteten sich Ereignisse vor, welche seine ganze Aufmerksamkeit undThätigkeit in Anspruch nahmen und auch für die Herzogthümer Jülichund Berg höchst bedenklich zu werden drohten.) Origin. im Staatsarchiv zu Düsseldorf. Auszügl. Scotti, Samml. Nr.748 u. 749. Alle Eingaben und bei den Akten befindlichen Verhandlungensind auf Stempelpapier geschrieben.