116die Fortification von Düsseldorf und Jülich 25 000 Thlr, somit alsoeine Totalsumme von 279,062 Thlr. für militairische Zwecke. Außer-dem hatte der Reichstag zu Regensburg eine Umlage von 100 Römermonaten ausgeschrieben, deren Betrag für die Herzogthümer vomLandesherrn in runder Summe mit 25,000 Thlrn., verlangt wurde.Dann aber muthete er den Ständen zu, die zur Unterhaltung derverschiedenen Dikasterien erforderlichen Gehälter, welche nach der Ver-fassung auf der Landes= und Kämmerei=Kasse lasteten, „nur auf einigeJahre ohne Pracjudiz und Consequenz“, auf die Pfennigsmeisterei-Kasse u übernehmen, und dazu im gewöhnlichen Wege 10,000 Thlr.umzulegen, da die anderen Kassen zu sehr erschöpft seien, um dieseAusgabe bestreiten zu können. Zu seiner und der Hofhaltung Sub-sistenz hoffte Johann Wilhelm, würden die Stände „erkleckliche“ Bei-träge bewilligen, um so mehr, da er nothwendig Geld bedürfe zu einerReise nach der Pfalz, wo sein Vater sich zur Ruhe begeben und ihmdie Statthalterschaft übertragen wolle. Endlich mußte noch die vor-schußweise aufgenommene 2. Rate der „Portugalischen Hochzeitsteuermit 10,000 Thlrn. gedeckt werden, dazu 513 Thlr. für Spesen undZinsen an den Kammermeister Hrn. von Schönebeck, „der das Geldnach Heidelberg überwexelt“. Für Ersatz der Kammer=Kapitalien undfür rückständige Kammerzieler traten noch erhebliche Summen hinzu:Die Landstände traten nun in Berathung, und beschleunigtendieses Mal ihre Verhandlungen ausnahmsweise dergestalt, daß sieschon am 24 Februar ihre letzte Relation und ihre Schlußangebotevorlegen konnten. Für die Bedürfnisse der Miliz bewilligten dieJülich'schen 169,300 Thlr. Die Bergischen die Hälfte mit 84,650Thlr., so daß also die verlangte Summe bis auf Weniges erreichtwar. Die ausgesprochene Absicht des Fürsten, die auf dem Fußstehende Miliz auf das Land zu verlegen, wo deren Unterhalt vonden Unterthanen in natura beschafft werden sollte, mag nicht wenigdazu beigetragen haben, die Stände zur Bewilligung fast der ganzenForderung geneigter zu machen. Für die Fortification in Düsseldorfwurden 15,000 Thlr., für Jülich 10,000 Thlr. ausgeworfen, jedochnicht ohne Andeutung der vermeintlichen Ueberbürdung. Zu des Fürstenfreier Disposition gaben die Bergischen 8000 Thlr., die Jülich'schen6000 Thlr. Römermonate, Kammer-Kapitalien und rückständige Kammer-zieler wurden nach Anhalt der Proposition gedeckt. Die Uebernahmeder Gehälter der Dikasterien lehnten die Stände jedoch entschieden ab,da es mit ihren Privilegien, welche ihnen im Haupt= und Declara-tions=Receß garantirt worden, durchaus im Widerspruche stehe.Zufrieden mit dem Erreichten, bestand Johann Wilhelm nicht
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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116
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