114wurden ausgeschrieben, angeblich für den Türkenkrieg, und aufmerksamverfolgte man die Bewegungen der Franzosen an der Grenze und indenjenigen von ihnen besetzten Theilen des Reiches, deren Besitz nochstreitig war. Dem Erbstatthalter der Niederlande, Wilhelm III, vonOranien, dem Erbfeinde Ludwigs XIV., gelang es endlich, zwischendem Kaiser, den Kronen Spanien und Schweden ein Bündniß zuStande zu bringen, welchem sich viele deutsche Reichsfürsten anschlossen.Auch der Kurfürst von Brandenburg war von seiner dem Kaiser feind-lichen Politik zurückgetreten, da die Maßregeln Ludwigs XIV. gegendie Protestanten, und namentlich die Aufhebung des Edikts vonNantes ihm über die Absichten des Königs die Angen geöffnethatten. Es ist dies das Augsburger Bündniß, durch welches alleTheilnehmer sich verpflichteten, mit einer namhaften Truppenzahl sichgegenseitig zu unterstützen, wenn es Ludwig XIV, gelüsten sollte, dieBedingungen des Waffenstillstandes noch ferner in der Weise zu ver-letzen, wie er dazu durch sein gewaltsames Verfahren gegen den Kur-fürsten von Trier und andere Reichsstände den Anfang gemacht hatte.Für die Herzogthümer Jülich und Berg waren diese politischenBeziehungen im deutschen Reiche nur insofern von Einfluß gewesen,als der Landesherr, in seiner durch die nahe Verwandtschaft bedingtenAnhänglichkeit an den Kaiser, die kaiserliche Kriegsmacht gegen Ungarnund Türken nach allen Kräften zu unterstützen suchte. Soweit er dieMittel von den Ständen erschwingen konnte, arbeitete er an der Ver-vollständigung der Kriegsbereitschaft seiner Truppen und der Verstär-kung seiner beiden Landesfestungen. Er mußte sich dazu um so mehrbewogen finden, als die Pfalz, deren Erbschaft er bei dem hohen Alterseines Vaters in nicht zu langer Frist voraussehen durfte, bei denBedrohungen durch die Franzosen in erster Linie betheiligt war.17) Auch der Kurfürst Philipp Wilhelm von der Pfalz schloß sich dem Bundean, und verpflichtete sich zur Stellung von 1000 Mann zu Fuß und 400Dragonern. (Theatr. Europ. XII. 980.) Nach anderen Quellen soll erder eigentliche Anstifter dieses Bündnisses gewesen sein.Ranke, Franz. Gesch. IV. p. 10.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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114
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