113Reichsständen direkt und indirekt unterstützt!“), vom Papste reichlichmit Geldmitteln versehen, war es ihm gelungen ein bedeutendesHeer aufzubringen. Unter der Führung des Herzogs von Lothringenund des später so berühmt gewordenen Prinzen Eugen von Savoyen,hatten die Kaiserlichen und Reichstruppen nicht nur die weiterenFortschritte der Türken aufgehalten, sondern ihnen in mehrerenSchlachten bedeutende Verluste beigebracht und ihnen einige ihrerHauptwaffenplätze auf ungarischem Gebiete wieder entrissen. DieSchlacht von Mohacz endlich hatte die Ungarn gezwungen, auf billigeVergleichsvorschläge zu sinnen, und auf dem Preßburger Reichstage(October 1687) unterwarfen sie sich der Oberherrschaft des Kaisers,so daß von dieser Zeit an Ungarn aufhörte ein Wahlreich zu seinund gleichsam ein integrirender Theil Oesterreichs wurde.Diese Erfolge reizten Ludwig XIV. so sehr, daß er alle Mittelanwandte, das Uebergewicht, welches er bisher auch in Deutschlandbehauptet hatte, ferner zu behalten. Seine Diplomaten wirkten mitVorlagen und besonders auch mit Geld auf dem Regensburger Reichs-tage und an den Höfen der deutschen Reichsfürsten. Begierig suchteer eine Gelegenheit, den Waffenstillstand zu brechen, und diese zeigtesich ihm nur zu bald in der erledigten Erbfolge in der Pfalz. Nach-dem vorläufige Verhandlungen deshalb in Heidelberg und beim Reichs-tage angeknüpft und viele ausführliche Schriftstücke gewechselt waren,ließ er (März 1686) dem Reichstage eine Note überreichen, in welcherschon darauf hingedeutet war, daß er nöthigenfalls den OrleansschenAnspruch mit Gewalt durchzusetzen sich veranlaßt finden würde.Ein wohlgerüstetes französisches Heer stand noch an des ReichesGrenzen. Bei Hüningen waren die Franzosen auf das rechte Rhein-ufer übergegangen und hatten auf einer Rheininsel ein Fort erbaut.Auf den Höhen von Trarbach an der Mosel schritt die ausgedehnteBefestigung — Mont royal — ihrer Vollendung entgegen. JedenAugenblick konnte man eines schnellen Vorgehens der Franzosengewärtig sein. Kaiser Leopold und der Reichstag waren in großerBedrängniß und sahen sich nach Hülfe um. Die Contingente derReichsfürsten sollten in Kriegsbereitschaft gesetzt werden; Römermonate16) Auch der Kurfürst von Köln, Maximilian Heinrich, zugleich Bischof vonLüttich und von Münster, hatte 1685 4 Regimenter dem Kaiser zur Ver-fügung gestellt, trotzdem, daß er 1684 eine Allianz mit Ludwig XIV. ge-schlossen, wonach er auch für Frankreich gegen Subsidien 15,000 M. zustellen sich verpflichtet, und einem französischen General den Oberbefehlüber seine Truppen ertheilt.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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113
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