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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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112dam, wohin auf Ersuchen Philipp Wilhelms der König von Englandeine kostbar ausgestattete Yacht gesendet hatte, um die hohe Reisende,unter Eskorte von sechs englischen, vom Herzog von Graffton geführtenFregatten, nach Lissabon zu bringen. Am 11. August 1687 hielt dieKönigin dort ihren feierlichen Einzug und zwölf Jahre lang hattesie auf dem Throne Portugals gesessen, als der Tod sie 1699 da-hinraffte.In Bezug auf die inneren Verwaltungsmaßregeln, welche fürdas Jahr 1687 angeordnet wurden, sind hier nur Folgende hervor-zuheben. Zunächst die Verordnung vom 14. Februar, wonach denSteuerempfängern statt der bisherigen 2% von jetzt an 4% Hebe-geld zugestanden wird, unter der Bedingung, daß dieselben die pünkt-liche Einzahlung leisten, ohne Anwendung militärischer Execution undnöthigenfalls durch eigenen Vorschuß. Ferner ein Edikt vom 22. Mai,welches die Diäten der Beamten bei den Herrengedingen feststellt,während die Schöffen, Vorsteher, Geschworene und Boten keine Diätenerhalten, weil alle Amtsunterthanen dabei zu erscheinen verpflichtetsind. Kirchen= und Armenrechnungen sollen jährlich abgelegt werden.Dann finden sich noch Anordnungen zu allgemeinen Landesgebetenfür die Wiederherstellung er erkrankten Gemalin Johann Wilhelmsund zur Erflehung einer glücklichen Reise der Königin von Portugalnach Lissabon. Endlich werden verschiedene Münz=Bestimmungenbekannt gemacht, welche sich auf die Beschlüsse des zu Köln am17. October 1687 abgehaltenen Münz=Probationstages des Nieder-rheinisch=Westfälischen Kreises berufen.Werfen wir, zum Schlusse dieses Abschnittes, noch einen flüch-tigen Blick auf die äußere politische Lage des deutschen Reiches, sowerden wir schon im Westen wieder drohende Wolken aufziehensehen, welche für die nächsten Jahre neue Stürme verkündeten, vondenen auch die Herzogthümer Jülich und Berg schwer heimgesuchtwerden solltenDer zu Regensburg abgeschlossene Waffenstillstand mit LudwigXIV., dessen Dauer die verhandelnden Diplomaten auf 20 Jahrefestgestellt hatten, war zwar eine Beruhigung wegen fernerer Ueber-griffe Frankreichs auf Kosten Deutschlands gewesen, jedoch nur fürkurze Zeit. Die Gefahren, welche von jener Seite noch immer dasReich bedrohten, waren, trotz der gebrachten Opfer, dadurch keines-wegs beseitigt. Kaiser Leopold I. hatte indeß diese augenblicklicheRuhe benutzt, um den Krieg gegen die rebellischen Ungarn und diemit ihnen verbundenen Türken kräftiger fortzuführen. Von vielen