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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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111Die gesammte Ritterschaft von Jülich und Berg wurde aufgeboten, in Düsseldorf zu erscheinen, um die Königin zu begrüßenund an den Hoffesten Theil zu nehmen. Die Herrn erschienen sehrzahlreich, wie wir aus den noch vorhandenen Gasthofrechnungen ent-nehmen können, deren Bezahlung später zu einigen Differenzen zwischenLandesherrn und Ständen Anlaß gab. 14) Mit der Hofküche scheintes nicht besonders bestellt gewesen zu sein, denn Johann Wilhelmsendet einen Trompeter zu dem Frhrn. von der Leyen nach Adendorf,mit dem Ersuchen, ihm seinen ausgezeichneten Mundkoch zu über-lassen,indem Wir bei jetziger bevorstehender Heimbführung Unserergeliebten Frauen Schwester, künftigen Königin von Portugal, Hoch-deroselben sammt dem beihabenden Comitat zu Düsseldorf gewertigseyn und selbige zu tractiren haben. Bereitwillig sendet der Frei-herrunterthänigst den Koch, mit dem Wunsche,daß derselbecapable seyn möge, Ew. Hochfürstl. Durchl. ein Vergnügen leistenzu können. Eine andere Staffete wurde nach Mecheln geschickt,um den dortigen Kommandanten zu veranlassen, daß eine durch denFrhrn. von Spee in Antwerpen bestellteTapezerey, wofür 3000Gulden in Wechseln bereits angewiesen waren, ohne Aufenthalt nachDüsseldorf weiter befördert werde. Auch in Paris waren große Be-stellungen gemacht worden, und der Voigt von Sittard erhielt vonAmtswegen die Weisung, die ankommenden Kisten sofort in aufzu-bietenden bedeckten Wagen nach Düsseldorf transportiren zu lassen.Der Empfang der Neuvermählten war glänzend, denn JohannWilhelm hatte Alles aufgeboten, um seiner Schwester den Aufenthaltin seiner Haupt= und Residenz=Stadt angenehm zu machen. MehrereTage verliefen in abwechselnden Festen, theils öffentlichen, mit großerTheilnahme der ganzen Bevölkerung, theils intimeren Hoffesten, mitFestessen, Opern und Musikaufführungen im Schlosse. Mit der neuenLeibyacht des Fürsten, welche er eben erst von dem Meister JanIsbrand Hoogzart in Amsterdam erhalten hatte, fuhr die Königin,nach mehrtägigem Aufenthalt, endlich den Rhein abwärts nach Rotter-Für die Lokalgeschichte Düsseldorfs dürfte es nicht ohne Interesse sein,zu erfahren, daß damals der Rabe, das Einhorn, die Stadt Lüttich, dasJülich'sche Wappen, die Luft, der neue Ritter, der goldene Anker, derweiße Adler, der halbe Mond 2c. die vornehmsten Gasthöfe der Stadtwaren, in welchen die Herrn mit ihrer zahlreichen Dienerschaft undPferden ein Unterkommen gefunden hatten. Die meisten dieser Häuserlassen sich noch heute nachweisen.) Die betreff. Schriftstücke im Staats=Archiv zu Düsseldorf.