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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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110tion heißt es am Schlussebestehe nur in bloßen Worten,und werde Ihro Churprinzl. Durchl. sowohl das Eine wie dasAndere suo tempore et loco zu erkennen wissen. Damit warendie Unterherrn wieder entlassen.Inzwischen war der Kurfürst Philipp Wilhelm in Heidelbermit den Vorbereitungen zur Hochzeit seiner Tochter in großartigemMaßstabe vorgegangen. Die Pfalz war durch die französischen Con-tributionen und Verheerungen vollständig erschöpft und hatte wenigoder gar nichts zu den Kosten beitragen können. Die von den Jülich-und Bergischen Ständen bewilligten 30,000 Thlr., welche vorschuß-weise aufgenommen waren, reichten auch nicht weit, um den bei dieserGelegenheit entfalteten Luxus in den Ausgaben zu decken; es mußtenneue Schulden gemacht werden. Dies berührte jedoch den Kurfürstennur wenig, denn nach den vorhandenen Rechnungen sind zu den Fest-lichkeiten 159,000 Gulden verwendet worden, worunter 30,000 Gul-den für Küche und Keller, 55,000 Gulden für Juwelen und Spitzen,18,000 Gulden für Livreen!?) 2c. Eine prachtvolleopera oderComoedie wurde singend gespielt, mit kostbarer Scenerie und Ma-ſchinerie, die Irrfahrten des Ulyſſes darſtellend, worin Jupiter undder ganze Olymp als handelnde Personen auftraten und es an Meer-ungeheuern nicht fehlte, wie uns dies die gleichzeitigen Berichte ingrößter Ausführlichkeit beschreiben.Der Kurprinz Johann Wilhelm hatte den Festlichkeiten persön-lich nicht beiwohnen können, da er sich seit mehreren Monaten imBade zu Burtscheid befand, wo seine Gemahlin an den Rötheln soheftig erkrankt war, daß man für ihr Leben fürchtete. Der Geheime-rath, Ober Kämmerer und Jülich'sche Landmarschall Frhr. FriedrichChristian von Spee hatte ihn in Heidelberg vertreten und war auchbeauftragt, die Neuvermählte auf der Rheinreise nach Düsseldorf zubegleiten, da die Königin über Holland nach England gehen und sichdort nach ihrer neuen Heimath einschiffen sollte. Auf dieser Reisewollte sie einige Tage in Düsseldorf verweilen, und Johann Wilhelmnahm gerne diese Gelegenheit wahr, um seiner Vorliebe für glänzendeFeste und kostbare Schaustellungen freien Spielraum zu geben, undseiner Schwester, der jungen Königin von Portugal, die höchstenEhren zu erweisen.42) Pfälz. Archiv zu Carlsruhe (Ceremoniel.) mitgeth. in Haüssers Gesch. derRhein. Pfalz, II. 765.13) Theatr. Europaeum XIII. 85.