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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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105ausgebrochenen Seuche der rothen Ruhr zu verhindern; endlich abermachten die immer noch vorkommenden fremden Kriegswerbungen dieErneuerung der früher ergangenen Verbote derselben nöthig.Unterdessen war ein für die Neuburgische Familie sehr wichtigesEreigniß eingetreten Die Gemalin des Königs Don Pedro von Por-tugal war gestorben, und es wurde auf eine neue Vermählung desselbenBedacht genommen. Die Wahl war auf die zweite noch lebendeTochter Philipp Wilhelms, die 1666 geborene, also jetzt 20jährigePrinzessin Maria, Sophia, Elisabeth gefallen, und der Gesandte desKönigs, Don Emanuel Tellez de Sylva, Graf von Villamayor, hattedie Werbung in aller Form angebracht. Durch eigenhändiges Schreibenvom 14. December 1686 theilte Philipp Wilhelm dieses freudige Er-eigniß den Jülich= und Bergischen Ständen mit, welche bereits imJanuar 1687 zu einem gemeinsamen Landtage in Düsseldorf zusammentraten, und stellte an dieselben die Forderung eines Beitrages von50,000 Thlrn. zu den Ausstattungskosten.Diese neue Anforderung an den Geldbeutel des Landesdie Portugalische Hochzeitsteuer rief bei den Ständen von Hauseaus eine starke Opposition hervor, und sie erklärten kurz, sie wärendazu nicht verpflichtet. Als aber Johann Wilhelm, im Namen seinesVaters, nun darauf drang, sie sollten diese Angelegenheit doch wenigstens in Berathung nehmen, verharrten sie dennoch in ihrer Weigerungda sie nicht wüßten, wie das Geld aufzubringen sein werde: die Landewären in der traurigsten Verfassung; die Aerndte habe nicht nur einensehr schlechten Ertrag geliefert, sonderndie Maus habe im Feldeund in den Scheunen Alles dergestalt verfressen, daß wenig davonübrig geblieben sei. Nun wollen die Stände sich auf ein besonde-resCongratulations=Schreiben beschränken und weisen auf diePfalz, welche diese Kosten zu tragen hätte. Johann Wilhelm aberbesteht auf der Forderung,des ganzen Kurhauses eclatante höchstereputation sei bei diesem Werk engagirt, und obgleich der größteTheil aus der Pfalz und aus Neuburg aufgebracht werde, könntenJülich und Berg nicht davon befreit sein; er könnte und dürfte seinemVater die abschlägliche Antwort nicht vorlegen 2c.Die Stände wollen jedoch von ihrem Beschluß nicht abgehen;sie erbieten sich, dem Kurfürsten selbst zu antworten, worauf ihnenJohann Wilhelm eröffnet, dies könne zu nichts führen, da der Kur-fürst durch ein neues Schreiben seine Forderung wiederholt und ihm10) Alle diese Verordnungen im Staatsarchiv und auszügl. in Scotti, Samm-lung, Nro. 726732.