100von 4% aus dem Einkommen der geistlich und adlich freien Gütermit 5000 Thlrn. hinzugesetzt wurde.Das Geld wurde aufgenommen gegen 6% Zinsen, und demnunmehrigen Kurfürsten Philipp Wilhelm zur Verfügung gestellt,welcher nun damit seine Regierung in der Pfalz beginnen konnte.Die Stände hielten sich jedoch auch noch für verpflichtet, die Gabemit einem „Congratulationsschreiben“ zu begleiten. „Sie könntennicht umhin, ihre unterthänigste devotion bei solcher Gelegenheit zucontestiren, wünschen dabei „alle verlangende prosperität“ und daßder Anfall der Kurwürde „zu größerer Aufnahme Dero hohen Hausesund Dero Hochfürstl. Posterität, auch des heil Römischen ReichesWohlstand gereichen, Ihro Churfürstl. Durchl. aber dabei noch vieleJahre nach eigenem Verlangen in friedlicher glücklicher Regierungund beständiger Gesundheit verleben möge“ 2c. Sie schließen mitder Bitte, „daß Ihro Churfürstl. Dchl. dasjenige, was sie jetzt zuDero Dienst unterthänigst eingewilligt haben, Ihro zu gnädigstemWohlgefallen gereichen lassen, sie aber in beharrlichen Churfürstl.Gnaden behalten wolle“, 2c. Unter dem 3. September 1685 bedanktsich der Kurfürst aus Heidelberg in sehr verbindlichen Ausdrückenund hofft, „daß dieser Successions Fall auch zu der darundtigenLande mehrerem Flor, Lustre, und Aufnehmen ersprießen möge undwerde er nicht unterlassen seine Landts=Fürst=Vätterliche unermüdeteSorgfalt jederzeit dahin, damit dessen wirklicher Genuß empfundenwerden möge, anzuwenden.Nachdem diese Angelegenheit zu Johann Wilhelms Befriedigungerledigt war, beschloß er, mit seiner Gemalin und großem Gefolgnach Wien zu reisen, wo seine Schwester, die Kaiserin, zu dieserZeit wieder einen Sohn geboren, (den späteren Kaiser Karl VI.),dessen Taufe er beiwohnen wollte. Diese Wiener Reise bildet ge-wissermaßen einen wichtigen Abschnitt in der Regierung JohannWilhelms, denn hier sehen wir ihn zum erstenmal den ganzen Appa-rat eines verschwenderischen Hofes entfalten, was später für dasLand von so bedauerlichen Folgen gewesen ist. Die neue Würdeals Kurprinz mag nicht wenig dazu beigetragen haben, den äußerenGlanz seines Hofes noch zu steigern. — Außer den Damen undHerrn des Hofes finden wir in dem Gefolge: die Heerpaucker, Trom-peter, Trabanten, Laquaien, Sesselträger, Haiducken und Instru-mentenstimmer Auch der Maler Johann Franz Douven — spätergeadelt — befand sich in dem Gefolge. Er war schon 1682 alsHofmaler“) in die Dienste Johann Wilhelms getreten, und hatte3) Houbraken, de groote Schonburgh der niederlandsche Konstschildersen Schilderessen. 3. Th. p. 349 ff.
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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