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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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98Unterthänigkeit sich erinnern, wasgestalt Höchstged. Ihro Churfürstl.Durchl. die prosperität und Wohlfarth hiesiger Landen wehrender DeroRegierung jeder Zeit höchstens zu Hertzen gangen seyen, und wie nichtallein zu deren conservation und Aufnehmen Sie immerhin mit unverdrossener Sorgfalt Fürst=vätterlich vigilirt, keine Mühe und Arbeitjemahlen außgeschlagen, sondern auch keine occasion, keine Begebenheitso gefährlich geachtet haben, daß Sie nicht ohne Scheu, sogar mit Dar-stellung und hazard Dero eigner hoher Person, Leib und Lebens, dieErhaltung Dero anvertrauter Unterthanen Ihro eiffrigst hätten ange-legen sein lassen, Dahero Sr. Chur= und Hochfürstl. Durchl. wohlkeine andere Gedanken schöpfen können, als daß Landstände, welche soviele Proben und Kennzeichen ihres nicht undankbaren Gemüths bisheute abgegeben und mit der That bezeugt haben; Sr. Churfürstl.Dchl. demnach in Fällen, dahe es die Noth erfordern wird, nichtwerden außer Handen gehen, sondern vielmehr nach äußerstem Ver-mögen genereusement gern beyspringen und assistiren wollen. Eswerden annebens Landtstände ohne weitläuftige Erinnerungen von selbstenvernünftig ermessen, wieviel nicht allein Ihro Hochfürstl. Durchl.als nunmehrigen Chur=Printzen, sondern auch beider HerzogthumbenGülich und Berg und deren Eingesessenen an Erhaltung vorangeregtersuccession und Churfürstl. Würde gelegen sey, und was sie voravantage von deren Befestigung sicher zu gewarten und zu genießenhaben 2c.Nach dieser langen Einleitung kommt nun die Proposition zuihrem eigentlichen Zweck, zur Geldfrage. Es wird den Ständenauseinandergesetzt, daß zur Uebernahme und zumAntritt einer ganzneuen gefähr= und beschwerlicher Regierung ansehnliche baare Geld-mittel erfordert wurden, und zwar im gegenwärtigen Falle umsomehr,weilen die bey der Chur=Pfalz und in des letzt abgelebten Hrn. Chur-fürsten Nachlassenschaft vorhandene Baarschaft und andere gereideMittel nicht der jetzt regierenden Churfürstl. Durchl. sondern denenAllodial=Erben sammentlich zugefallen seynd. Johann Wilhelmerwartet nun von den Ständen, sie würden nach reiflicher Erwägungder angeführten Umstände, ihmmit einem ergiebigen Beytrag freiwilligunter die Arme greiffen, damit er in gegenwärtigem frangenti demgnädigsten geliebten Hrn. Vattern Churfürstl. Durchl. mit einem zu-länglichen Beyschuß möge an Handt gehen, und dasjenige stabilirenhelffen könne, woran dero gantzen Hauses größeres Aufnehmen undFlor, hiesiger Lande und Unterthanen beständige securität, auchsogar des heil. Römischen Reiches und zuvörderst Ihro Kayserl.Mayestät eigenes Allerhöchstes Interesse, zu Erhaltung des allgemeinen