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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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91vember 1684 schließen, welche die früher ergangenen Verordnungengegen Räubereien und Straßenschändungen erneuert und einschärft.Gleich dem Jahre 1683 brachte auch das Jahr 1685 dem Fürstenschon im Januar eine frohe Botschaft in Bezug auf einen seinerBrüder. Diesmal betraf es den Prinzen Ludwig Anton, den drittenSohn Philipp Wilhelms. Derselbe war ebenfalls dem geistlichenStande bestimmt, und hatte schon in seinem 15. Lebensjahre vonseinem königlichen Pathen Ludwig XIV. die Abtei Fecamp, unweitDieppe, als einträgliche Pfründe erhalten, welcher sich bald noch andernPfründen zugesellten. Da er jedoch mehr dem Kriegerstande sich zu-neigte, war er in den deutschen Ritterorden eingetreten, und kaum 19Jahre alt, im Jahre 1679, bereits Coadjutor des Deutschmeisters,welchem er am 15. Januar 1685 in der Würde folgte. Schon 1683hatte er ein Regiment zu Fuß vor Wien²¹), und stand jetzt ebenfallsnoch bei der Kaiserlichen Armee in Ungarn.Schon im Februar 1685 rief Johann Wilhelm die Stände zumLandtage am 1. März auf. Der Kaiser hatte nemlich das Ver-langen gestellt, daß aus den Herzogthümern Jülich und Berg 1000Mann Ersatztruppen zum Heere nach Ungarn geschickt und 20,000Thlr. in die Reichs=Kriegskasse eingeliefert werden sollten. Außerdemhatte er die Einquartierung und Verpflegung im Lande für mehrereRegimenter beantragt, welche der Kurfürst von Köln und Bischof vonMünster gestellt hatte und welche auf dem Marsche nach Ungarn dasdiesseitige Gebiet berühren mußten.Gleich bei Eröffnung des Landtages am 2 März brachte JohannWilhelm dieses Begehren des Kaisers zur Sprache und knüpfte daranseine eigenen Forderungen für die Miliz mit 115,000 Thlrn., fürFestungsbauten in Düsseldorf 15,000 Thlr., in Jülich 10,000 Thlr. Auchfür den Prinzen Karl Philipp (den 4. Sohn Philipp Wilhelms), derdas auch ihm ursprünglich zugedachte geistliche Gewand mit dem Sol-datenrocke vertauscht hatte und jetzt, 23 Jahre alt, zum Heere nachUngarn abgehen sollte, wurde eine Beihülfe zur Kriegs=Ausrüstunverlangt. Endlich stellte er den Ständen noch vor, wie er erwarte, daßsie ihm, bei dem Ausfall so vieler Revenüen aus den Kammergütern,mit einemErklecklichen zu seiner Subsistenz unter die Arme greifenwürden.Durch diese Anforderungen waren die Stände von Hause aussehr unwillig gemacht, und versuchten, wie gewöhnlich, durch Opposition1) Es ist dies der Stamm des noch heute im Oesterreichischen Heere bestehen-den Regiments Deutschmeister,