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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
Seite
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vorher überhauffen geworfen werden könnte, wie dies im Lüttich'schenund Blankenheim'schen die Experientz bereits gezeigt", und schlug den1. März vor. Münster und Brandenburg waren jedoch gegen eine sofrühe Einberufung, indem sie sich auf einen Beschluß des letzten, zuBielefeld abgehaltenen Kreistages stützten, wonach zwischen dem Aus-chreiben und dem Zuſammentreten ein Zeitraum von 4 bis 6 Wochenliegen müsse. Brandenburg wollte den Monat April. Der Bischovon Münster aber hatte schon früher den Herrn von Plettenberg inbesonderer Mission nach Düsseldorf zu Johann Wilhelm gesendet indieser Angelegenheit, gerade zu der Zeit, als die Verhandlungen überdie Zusammenkunft der Deputirten zum Praeliminar=Convent begannen.Was der eigentliche Gegenstand der Mission Plettenbergs gewesengeht zwar aus den vorliegenden Akten nicht hervor; daß aber dabeiauch andere Angelegenheiten zur Sprache gekommen ſind, ergiebt ſichaus zwei Briefen des alten Herzogs Philipp Wilhelm an seinen Sohn,bei denen wir einen Augenblick verweilen und zu deren Verständnißnoch einige allgemeine Erörterungen vorausgeschickt werden müssen.Während eine Parthei am Kaiserhofe zu Wien eifrig für einenReichskrieg, auch gegen Frankreich, thätig war, zeigten sich die Ansichtenvieler deutscher Reichsfürsten einem Kriege durchaus abgeneigt, und dasDrängen des Kaisers auf allgemeine und schnelle Rüstung fand nichtbei allen Reichsständen großen Anklang. Besonders galt dies voneinem Kriege gegen Frankreich, und die Kurfürsten von Köln undMainz, unterstützt von den meisten geistlichen Reichsständen, an derenHöfen die Agenten Ludwigs XIV. eine ſehr emſige Thätigkeit ent-wickelten und ihre diplomatischen Argumente gelegentlich durch volleBeutel annehmbarer zu machen suchten, waren entschieden gegen einenwieder aufzunehmenden Krieg mit Frankreich. Die intimsten Verhand-lungen, in welchen auch die meisten, dem Orden der Jesuiten ange-hörenden Beichtväter eine große Rolle spielen, haben sich freilich bisjetzt zum größten Theil der öffentlichen Kenntniß entzogen, sonst würdeüber Manches nähere Aufklärung zu finden sein. Soviel läßt sichübrigens aus den vorhandenen Akten entziffern, daß schon jetzt PrinzWilhelm von Fürstenberg, der politische Rathgeber und Leiter desKurfürsten Maximilian Heinrich von Köln, ein engeres Bündniß zwi-schen Münster und Köln plante, in welches man wahrscheinlich JohannWilhelm hineinzuziehen hoffte.Auch der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der esnoch nicht vergessen konnte, daß Kaiser und Reich ihn bei dem Friedens-schkuß in Nimwegen so gänzlich bei Seite gesetzt hatten, war einemjetzt schon zu eröffnenden Kriege mit Frankreich durchaus entgegen.