49zwei Zulast besten Hönnefer Bleicharts, auf Befehl des Fürsten alsGeschenk für den Oberstallmeister Grafen von Hamilton nach Neu-burg gesendet, 12 Thlr. 36 Alb. für 1 ¼ Ohm weißen Weines, „denP. P. Capucinis in Köln verehrt, endlich noch 5 Thlr. 16 Alb.„für 200 benedicirte Pfennige wegen der eingerissenen Viehseuche,...auf gnädigst besonderen Befehl.Alle die hier aufgeführten Ausgaben waren durch die beidenPfennigsmeister gedeckt worden; also aus denjenigen Mitteln, welchevon den Ständen votirt waren, entweder für einen bestimmten Zweckoder zur freien Disposition des Fürsten. Die sonstigen Einnahmenaus Kellnereien, Kammergütern, Zöllen u. s. w. wurden nicht in diePfennigsmeisterei=Kassen abgeliefert, waren also auch hier nicht zu ver-rechnen. Wir sehen aber aus diesen Rechnungen, daß die Pfennigs-meister die Nothhelfer waren, auf welche immer recurrirt wurde, wennEbbe in den Kaſſen war. Sie erhielten „den gnädigſten Befehl“ zuzahlen, ohne alle Rücksicht darauf, ob die Ausgabe zu ihrem Ressortgehörte oder nicht, und ihre Sache war es, Mittel und Wege zusuchen, wie das Geld zu beschaffen sei. Da beide Herrn nach Inhaltdes Haupt= und Deklarations=Recesses in Köln domizilirten fandensie durch ihren Credit gewöhnlich ohne große Mühe die nöthigen Vor-schüsse bei den dortigen Geldherrn. Esken scheint jedoch weniger zuVorschüssen geneigt gewesen zu sein, als sein Jülich'scher College, dennals im Jahre 1683 mit Heinsperg abgerechnet wurde, hatte derselbe25,849 Thlr 59 Alb. und 5 Heller mehr verausgabt, als vereinnahmtund das Land mußte ihm seine Vorschüsse mit Zinsen zurückzahlen.Jedenfalls aber gestatten diese Rechnungen einen tiefen Einblick in dieUnregelmäßigkeit und Systemlosigkeit der damaligen Finanzverwaltungin beiden Herzogthümern. Kehren wir nun von diesen wenig erbau-lichen finanziellen Erörterung zu unserer Geschichte wieder zurück. —Kaum war die Huldigung eingenommen und die noch darauf fol-genden geschäftlichen Angelegenheiten mit den Ständen erledigt, alsJohann Wilhelm sich eilte, seinen Hof in Bensberg zu etabliren. Eswar dies schon unter seinem Vater gleichsam zur Etikette geworden,daß der Hof im Frühjahr nach Benrath übersiedelte, um dort denBeginn der schönen Jahreszeit zu genießen. Im Sommer wurde ge-wöhnlich längerer Aufenthalt in Schloß Hambach bei Jülich genommen,und im Herbste, oft bis tief in den Winter hinein, ist der Hof inBensberg, wo die schöne Berg= und Waldluft den Aufenthalt ebensoangenehm als geſund machte. Dann aber war dort Gelegenheit zu dengroßen Hofjagden, welche stets zur Einladung vieler Gäste und zurAnordnung besonderer Festlichkeiten benutzt wurden. Die Regierungs-
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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49
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