46gieng auch darauf ein; da er jedoch die Offiziere nicht mit übernehmenwollte und die Söldner sich weigerten, ohne ihre Offiziere in den spa-nischen Dienst überzutreten, so mußte die Sache vorläufig wieder un-terbleiben Eine große Zahl war inzwischen „ausgerissen und davon-geloffen“. — Daß es mit der Materialien=Verwaltung der Festungin Düsseldorf nicht besser bestellt gewesen sein muß, ersehen wir ausFolgendem. Im Frühjahr 1680 war Johann Wilhelm mit demHofe in Hambach bei Jülich. Er verlangte von dem Commandantenvon Düsseldorf die sofortige Uebersendung von 200 Pfd. Salpeter,16 hölzernen Mortiers und eine Anzahl geschnittener Tannenpfähle,(Pallissaden?) „zu gewissem Intent“, wahrscheinlich zu einem Feuer-werk, denn ohne Festlichkeiten konnte der Hof auch bei diesem länd-lichen Aufenthalt nicht bestehen. Der Commandant sendet aus denFestungsbeständen die verlangten Mortiers, von Salpeter fanden sichaber nur 111 Pfd. vor, und die vorhanden gewesenen Pallissadenwaren zur Umzäunung des Schloß= und Fasanerie=Gartens verwen-det worden.Einige Auskunft über die Ausgaben finden wir in den Pfennigs-meisterei=Rechnungen, welche 1683 auf wiederholten Befehl des Fürstenendlich vorgelegt wurden und einer Revision unterzogen werden sollten.Da stoßen wir auf einzelne Posten, welche auf die Geldverwaltung eineigenthümliches Licht werfen und namentlich in direktem Widerspruchestehen mit den Bestimmungen des Haupt= und Deklarations=Recessesüber die Verwendung der von den Ständen bewilligten Gelder zudem bestimmten Zweck (ad usus destinatos⁶); das System der Re-virements scheint ziemlich allgemein am Platze gewesen zu sein.Außer der schon oben angegebenen Summe von 4415 Thlrn.zahlte Esken in dem Zeitraume vom 5. Januar 1680 bis 17. Mai1681 an den Kammermeister von Giese, welcher gleichzeitig als OberKriegs=Commissar fungirte, noch in verschiedenen Raten 42,388 Thlr.:der Jülich'sche Pfennigsmeister Heinsperg hatte in gleichem Zeitraume6647 Thlr. 20 Alb. eingezahlt; wir finden also einen Betrag von49,035 Thlr. 20 Alb. für die schon reduzirten Truppen. Herr vonGiese starb 1681, und erst drei Jahre nach seinem Tode gelang esder Regierung einen Rechnungsabschluß seiner Verwaltung zu StandeJülich'sche und Bergische Pfennigsmeisterei=Rechnung im StaatsarchivDer Bergische Pfennigsmeister Dr. Esken hat seine Rechnung sehr über-sichtlich geordnet, während man aus der Rechnung des Jülich'schen Pfen-nigsmeisters Heinsperg die einzelnen Posten nicht ohne Mühe heraussuchenmuß und keine genaue Daten angegeben sind.
Druckschrift
Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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Seite
46
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